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Abhandlung von den Mineralquellen im Allgemeinen und Versuch einer Zusammenstellung von 880 der bekannteren Mineralquellen und Salinen Deutschlands, der Schweiz und einiger angränzenden Länder : mit analytischen Tabellen, worin etwa 250 chemische Analysen von Mineralquellen angegeben sind
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Chemische Betrachtung der Mineralquellen im

Allgemeinen*

Werfen wir einen Blick auf die chemische Zusammensetzung der Mineralquellenim Allgemeinen, so fallen uns zuerst die beständige Wiederholung einiger und da*seltnere Vorkommen anderer Bestandteile auf.

Wie fast in allen Erd - und Steinarten sich Kiesel, Kalk und Thon wieder-finden, so begegnen wir in allen Mineralquellen Natrum -, Kalk - und Talk-Salzen.Diese drei Basen bilden mit der Salz-, Schwefel - und Kohlensäure den Kern, umden herum sich die seltneren und an Quantität geringeren Bestandteile anlehnen.

Das Skelett der Analyse der meisten Mineralquellen besteht aus salzsaurem,schwefelsaurem, kohlensaurem Natrum, Talk und Kalk, Eisen-Oxyd und Extractivstolf.Der neueren Chemie gelang es, die feinere Organisation derselben durch Auffindungeiner Menge anderer Salze und Stoffe an den Tag zu legen. Wir kennen jetzt etwavier- bis sechsmal so viel Bestandteile der Mineralwasser, als in vorigen Jahrhun-derten, wo man sich damit begnügte, den Quellen Salpeter, Alaun, Schwefel, Eisenund fixe Luft zuzuschreiben, und es ist keinem Zweifel unterworfen, dafs man lort-lahren wird, jeden neu entdeckten Stoff auch in den Mineralquellen nachzuweisen.

Nach welchen Gesetzen die Stoffe aber sich gegenseitig verhalten, ob sie stöchio-metrisch sich ausgleichen, wie Dübereiner vermutet, ob sie nach anderen Verwandt-schaftsgesetzen sich betragen, ob sie sich in den Mineralwassern so befinden, wieuns die Analyse sie in die Hand gibt, das wissen wir nicht. Es ist indessen wahr-scheinlich, dafs diese Kinder der Unterwelt sich nach anderen Gesetzen constituiren,als diejenigen sind, die wir in unseren Laboratorien kennen. Es ist unwahrschein-lich, dafs die quantitativen Verhältnisse der Mineralquellen sich nach stöchiometri-schen Gesetzen richten, und eben so wenig ist anzunehmen, dafs die durch Ab-dampfen producirten Salze als solche in dem Wasser enthalten sind. Ob man nunmit Berthollet die chemische Zusammensetzung einer Mineralquelle als eine Com-bination von sämmtlichen Basen und Säuren betrachten darf, oder ob man mitBerzelius die auflöslichsten Zusammensetzungen als die wirklichen Bestandteile desMineralwassers ansehen mufs, darüber gibt es kein sicheres Criterium. Das einzigeReagenz für dergleichen Untersuchungen ist vielleicht der tierische Körper unddie medicinische Wirkung.

Aufser den oben angeführten Grundbestandteilen der Mineralquellen, demNatrum, Kalk, Talk und ihren Schwefel-, salz- und kohlensauren Verbindungen,finden wir in den Mineralquellen Kali, Ammonium, Lithium, Baryt, Strontian, Thon,und deren Salze, freilich bei Weitem seltener.

Von den Säuren treten Schwefelsäure, Salzsäure und Kohlensäure am häufigsten,seltener Kiesel-, Phosphor-, Flufs-, Borax-, Salpeter-, Schwefelwasserstoff-Säure auf,und problematisch ist das Vorkommen von Essig-, Humus- und Ameisen-Säure.

Wie das Eisen sich in allen Mineralien vorfindet und selbst bis in alle Gebildeder organischen Natur eindrängt, so findet es sich auch in fast allen Mineralquellen,manchmal in höchst geringen, manchmal in mehr hervorstechenden Verhältnissen.Das Mangan kommt ebenfalls häufig vor. Vom Vorkommen des Kupfers in einerMineralquelle, oder vielmehr in dem Produkt einer Mineralquelle, nämlich in demSinter des Carlsbadcr Sprudels, haben wir nur eine einzige Beobachtung von Fici-nus. Auch das Zink ist kürzlich von Berzelius in einer schwedischen Mineralquelleentdeckt worden. Schwefel kommt ziemlich häufig, Jod seltener und Brom noch