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Abhandlung von den Mineralquellen im Allgemeinen und Versuch einer Zusammenstellung von 880 der bekannteren Mineralquellen und Salinen Deutschlands, der Schweiz und einiger angränzenden Länder : mit analytischen Tabellen, worin etwa 250 chemische Analysen von Mineralquellen angegeben sind
Entstehung
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sprechen. Titus, Cäsar und Hadrian waren so freundlich und badeten sich in Ge-meinschaft mit anderem Volke. (Yeidt.)

Den Römern galten die Bäder so viel, wie uns das Schauspiel; sie wurden zuTrauerzeiten untersagt, und sie nicht besuchen zu dürfen, war eine Strafe.

In den Privatbädern herrschte der gröfste Luxus, sowohl in Geräthschaften, alsVerzierungen. Wohlriechende Oele, Balsame und Spezeieien erfüllten die Bäder mitüppigem Duft; Gemälde und Statuen schmückten die weiten, wohlgebauten Hallen.Aus allen Künsten und von allen Küsten wandten sie das Feinste und Beste zur Zierdeihrer Bäder auf.

Alles das ging unter in der Zeit, und der Einfall der barbarischen Horden unterAlarich zertrümmerte diese Herrlichkeiten, zerstörte dieses erdgeschaffene Paradiesund liefs die verweichlichten Römer die Härte der Wirklichkeit und der Unter-drückung kosten.

Eben so sehr sind wir in dieser Hinsicht hinter den Orientalen zurück, bei de-nen Baden und Waschen religiöse Verrichtungen, gebotene Acte des Cultus sind.

Unsere Dampfbäder, die sogenannten russischen Bäder, stammen aus Asien; siesind Ueberbleibsel jener orientalischen Pracht.

Wie der innere Gebrauch des Wassers ausgleicht, wie er in fast allen Pyrexien,Nervenkrankheiten und Cachexien anwendbar ist, so auch der äufsere, das Bad. Ehewir indessen seine Wirkung betrachten, wollen wir die verschiedenen Formen dessel-ben durchgehen. In Hinsicht der Temperatur-Verschiedenheit haben wir die Wahlzwischen kaltem, kühlem, lauem und heifsem Bade; in Hinsicht der Anwendung zwi-schen gewöhnlichem Wannenbad, Dampfbad, Douchebad, Sturzbad, Regenbad, Schauer-bad, Plunschbad; in Hinsicht ihres Gehaltes zwischen pharmaceutischen (minerali-schen, vegetabilishen, animalischen, Dampf-, Gas- und Räucherungs-) Bädern, zwischenSee-, Sool- und Mineralbädern.

Nur von letzteren kann hier ausführlicher die Rede seyn. Im Allgemeinen aberläfst sich von der Wirkung der Bäder Folgendes sagen:

Wie man beim inneren Gebrauch des Wassers die Absicht haben kann, zu küh-len oder zu erwärmen, zu consolidiren oder zu erschlaffen, zu ernähren oder zu ver-dünnen, je nachdem man wenig oder viel davon geniefst, oder es warm oder kaltnimmt, so kann man auch mit dem Bade alle diese Zwecke erreichen, je nachdemman es warm, lau oder kalt nehmen, je nachdem man längere oder kürzere Zeitdarin verweilen läfst. Kalt nennen wir jedes Bad unter 20° R.

Ein kaltes Bad, z. B. das Flufsbad, ist in seiner Hauptwirkung auf den Kör-per tonisirend, stärkend. Es erfordert eine gewisse Fülle von Lebenskraft, umvertragen oder als Heilmittel angewendet zu werden. Zu lange fortgesetztes, oderzu häufig wiederholtes Baden in kaltem Wasser, besonders mit Anstrengungen beimSchwimmen, erschöpft das Nervensystem, anstatt es zu stärken, oder es bringt eineentzündliche Anlage des Rückenmarks hervor; daher sich bei Schwimmlustigen, dietäglich und Stunden lang baden und schwimmen, das frische Aussehen in ein bleiches»gelbes, livides umändert. Verkältungen und Retentionen sind ebenfalls Folge desunmäfsigen und unzeitigen Badens.

Ein warmes Bad hat zwischen 20 und 3 o° R. Die allgemeine Wirkung eineswarmen Bades ist abspannend, erschlaffend, beruhigend, krampf- und schmerzstillend,ausgleichend, die Secretionen der Haut und der Schleimhäute befördernd. Bei län-gerem Verweilen im Bade wird viel Wasser in den Körper aufgenommen (etwa 4 Pfd.in einer Stunde), was denn durch Haut und Nieren seinen Austritt nimmt. Oefterwiederholtes oder lange fortgesetztes warmes Baden schwächt.