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Abhandlung von den Mineralquellen im Allgemeinen und Versuch einer Zusammenstellung von 880 der bekannteren Mineralquellen und Salinen Deutschlands, der Schweiz und einiger angränzenden Länder : mit analytischen Tabellen, worin etwa 250 chemische Analysen von Mineralquellen angegeben sind
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Wenn wir nun auch weit davon entfernt sind, die Ueppigkeiten der römischenBäder zu uns her verpflanzen zu wollen, so ist doch vielleicht eine Schilderung der-selben zum Vergleich mit unserer Armuth und Einfachheit nicht am Unrechten Orte.

Wo sich im Alterthume Reichthümcr, Künste und Genüsse zeigten, da findensich auch Bäder, sagt Veidt (Wiener Zeitschrift 1S28, 21. Februar), und man brauchtgar nicht anzunehmen, dafs Syrer, Perser, Meder, Juden, Griechen den Genufs die-ser Bequemlichkeit erst von einander geleimt hätten. Die Städte Yorderasiens hattensie im Ueberflufs, und Alexander bewunderte die kostbaren Bäder des Darius. Dierömischen Bäder übertrafen aber alle vorherigen an Gröfse, Bequemlichkeit, Zweck-mäfsigkeit und Ueppigkeit.

Diocletians Bäder hatten für 3 ooo gleichzeitig Badende Kaum. Gymnasium undPalästra versammelte in den Bädern Lehrer und Lernende, Philosophen und Schü-ler, Dichter, Sänger, Kämpfer, Staatsmänner und die Jugend.

Der Raum, worauf die Bäder erbaut wurden, hatte gewöhnlich 100,000 Quadrat-Alfs; sie hatten drei Abtheilungen, wovon die erste für Hörsäle, die zweite für Gym-nastik und die dritte für die Bäder bestimmt war.

Die Angaben über die Structur römischer Bäder sind verschieden; nachEinigen hatte jedes Bad, das aber für Mehrere bestimmt war, vier Räume: das Vor-bereitungszimmer oder Laconicum, das warme Bad oder Calidarium, das kalte Badoder Frigidarium, das laue Gemach oder Tepidarium.

Aus dem Vorbereitungszimmer, wo warme Luft und Dampf dem Eintretendenentgegenströmten, ging er zum Calidarium, dem warmen Bade. Die Baderäume warenmanchmal zu Schwimmübungen grofs genug, und Besuchende, Freunde, Bekanntefanden sich hier zur Unterhaltung ein.

Die dritte Abtheilung war das Frigidarium, w 7 o der Badende durch Eintauchenin kaltes Wasser den erweichten Theilen den verlorenen Ton wiederzugeben trachtete.

Im vierten Baderaum, Tepidarium, bereitete laue, trockene Luft den Gast zumUebergange in das Freie vor; es war dieses zugleich das Ankleide- und Salbungszim-mer, wo alle Künste der feinsten und ausgesuchtesten Körperpflege geübt wurden,um den durch das Bad erfrischten und gestärkten Leib zu veredeln, zu verschönernund zu neuen Genüssen geschickt und empfänglich zu machen.

So gingen Prasser vor den Gelagen in das Bad, um durch Baden und Ausdün-stung zu neuen Freuden der Tafel sich fähig zu machen; Ausschweifende holten hierdie verlorne Spannkraft für künftige Genüsse wieder, und Liebende schmückten sichim Bade mit neuem Reiz erneuerter, erfrischter Jugend.

So boten die Bäder Roms, von denen wir leider nur schwer zu entziffernde Rui-nen und unvollkommene Berichte besitzen, der Ueppigkeit der übrigen Sitten unterden Kaisern bis zu dem Verfall römischer Herrschaft die Hand, und trugen eewifs

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nicht wenig zur Entnervung, Verweichlichung und Entartung jener einst so kräftigenRepublikaner bei.

Ohne indessen zu fürchten, dafs wir die deutsche Kraft verlieren, können wirunseren Städten nur immer noch mehr und bessere Badeanstalten gönnen; wir sindnoch gar weit von jenem Punkte der Verweichlichung.

In Italien waren zur Zeit seiner Blüthe in jeder Stadt öffentliche Bäder, Privat-bäder die Menge; zu Bajä die voi-ziiglichsten.

Die römischen Bäder wurden an Festtagen dem Volke geöffnet; gewöhnlich wurdeetwas Bestimmtes bezahlt; in den Bädern herrschte eine ungezwungene Gleichheit;Niemand hatte aus irgend einem Titel ein Recht, den ersten und besten Platz anzu-