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Abhandlung von den Mineralquellen im Allgemeinen und Versuch einer Zusammenstellung von 880 der bekannteren Mineralquellen und Salinen Deutschlands, der Schweiz und einiger angränzenden Länder : mit analytischen Tabellen, worin etwa 250 chemische Analysen von Mineralquellen angegeben sind
Entstehung
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merkwürdigsten in ihrer Art aus. Einem Vulkane gleich setzen diese Quellen an denWänden des Brunnens den reinsten Schwefel ab, der (wie uns Monheim in seinerBeschreibung von Aachen, Seite 1G9, erzählt) manchmal, wenn nämlich die Quelle inetwa zwanzig Jahren nicht geöffnet war, zwei Centner betrag. Es ist dieses Beispielwohl einzig in seiner Art.

Monheim erklärt diese Erscheinung auf folgende Weise:Das in den AachncrSchwefelwassern enthaltene Schwefelwasserstoflgas enthält nicht blofs so viel Schwe-fel, als es, unabhängig von der Verschiedenheit der Temperatur und des Luft-druckes, als permanentes Gas im Zustande permanenter Verbindung aufgelöst er-halten kann, sondern es hat mittelst der bedeutenden Hitze, vereint mit dem in derErde tiefsten Tiefen bestandenen aufserordentlich starken Drucke, (welcher Druckjenen unserer Atmosphäre vielleicht um das Doppelte oder Dreifache übersteigt),aufser der mit ihm chemisch verbundenen Menge Schwefels, die es weder beiTemperatur-Aenderung, noch bei vermindertem Drucke fahren läfst, auch noch einegrofse Quantität Schwefels aufgenommen, womit es nicht chemisch verbunden ist,sondern die es blofs durch heftige Einwirkung von Hitze und vermehrten Drucknoch aufzulösen gezwungen worden, die es daher auch bei Abnahme der Tempe-ratur und vermindertem Luitdrucke wieder fahren läfst oder absetzt. Kurz, das inAachens Schwefelwassern enthaltene Schwefelwasserstoflgas ist durch Einwirkung vonHitze und Druck im höchsten Grade überschwefelt worden; es setzt daher, nachdem bekannten Naturgesetze: Cessante causa cessat cffectuSj bei Verminderung

der Temperatur und des Druckes, den Theil des Schwefels, der zu seinem Fortbe-stehen als permanentes Schwefelwasserstoflgas nicht erforderlich ist, an die umge-benden kälteren Gegenstände ab.

Diese Erklärung scheint die natürlichste zu seyn; doch kann man auch einerZersetzung liydrothionsaurer Salze die Ausscheidung des Schwefels zuschreiben.

In weniger reichen Schwefelquellen findet man den Schwefel als Schwefelwas-serstoffgas, als hydrolhionsaure Salze, als oxydirten Schwefel, endlich als Stinkstoff,wie ihn Westrumb entdeckte. Wie sehr der gerühmte Schwefelwasserstollgas-Gehaltmancher Schwefelquelle sich bei näherer Untersuchung vermindern wird, davon gibtdie Schwefelquelle zu Aachen einen deutlichen Beweis. HundcrJ -Theilc des aus ihrsich entwickelnden Gases bestehen, merkwürdig genug, aus (k),5 Thcilcn Stickgas,3o,o Theilen kohlensaurem Gas und nur aus o,5 Theilen übcrschwcfcltem hydro-thionsaurem Gas. Es wird sich fragen, w'ie sich andere Schwefelquellen verhalten,von denen man sagt, dafs sie in iG Unzen i5, 11, 9, 7 Kubikzoll Schwefelwasserstofl-gas enthalten, wie von Winslar, Nenndorf, Meinberg, Eilsen etc. behauptet wird.

Die Entwickelung von Schwefelwasserstoffgas aus Mineralquellen kann auch eineFolge von Zersetzung schwefelsaurer Salze durch organische Substanzen, und aufdiese Weise zufällig und nicht permanent seyn. Vielleicht erklärt sich die Verschie-denheit in den Resultaten der Analyse, w r ie sie, z. B., bei der Geronstere-Quellc beiSpaa vorkommt, worin Monheim, w'ie früher Jones, kein Schwefelwasserstoflgas fand,Dardonville aber, wie ich mich durch persönliches Zugegenseyn und Prüfen an derQuelle selbst überzeugt habe, die Gegenwart dieses Gases nachgew'iescn hat. (S. Deseaux minerales de Spä par II. Dardonvillcj Preface pcige V.)

Das Jod und das Brom haben uns, wie schon angezeigt, Licbig, Graff, Vogel,Meifsner, Brandes, Aschhoff, Hermann, Kcrstcn in Sool- und Mineralquellen nachge-wiesen. (S. Osann S. 97 u. f.)

Der Extractivstoff, der sich oft in sehr geringer, manchmal in gröfsercrMenge in den Mineralquellen vorfindet, ist verschiedener Natur: bald mehr schlci-