24
spendcns dieser Quelle auch nur zu 2000 Jahren annimmt, die ungeheure Summevon 1,000,000,000 Gentnern Kochsalz beträgt.
Woher entnehmen diese Quellen jene Stoffe ? Man mufs entweder eine Generatioaequivoca oder eine Verbindung mit dem Meere oder ein auf dem Wege der Quellenbefindliches Salzlagcr annehmen; mir scheint es am einfachsten, einer unterirdischenVerbindung mit dem Meere die Herbeischaffung dieser ungeheuren Menge Salzeszuzuschreiben, wenn man nicht die Bildung des Kochsalzes aus seinen Elementen oderdurch Austauschung auf chemischem Wege im Innern der Erde wahrscheinlicher findet.
Das Schwefelsäure Natrum, oder das Glaubersalz, bildet ebenfalls einenHauptbestandteil der Mineralquellen, kommt jedoch minder häufig vor, als das salz-saure Natrum.
Carlsbad liefert, nach Kästner, jährlich 1,132,923 Pf. Glaubersalz, ohne die übri-gen Stolle zu rechnen.
Aufser Carlsbad zeichnen sich unter den deutschen Mineralquellen Marienbad,Pülna, Bertrich, Niederbrunn, Gastein durch ihren Glaubersalz-Gehalt aus.
Das kohlensaure Natrum ist in neuerer Zeit als ein charakteristischer Be-standteil der in der Nähe ehemaliger Vulkane entspringenden Mineralquellen er-kannt worden ; es kommt in einer grofsen Anzahl von Säuerlingen A T or, die in derEifel, in der Gegend vom Laachei’-See, vom Siebengebirge, vom hohen Westerwald,Habichtswald, Vogelsgebirge, von der Rhön, im böhmischen Mittelgebirge, iin Fich-telgebirge, im Erz- und Riesengebirge, in dort befindlichem basaltischem Gebirge ent-springen. Au sgezeichnet reich daran sind die Quellen von Ems, von Fachingen,Selters, Geilnau, Carlsbad (das allein, nach Kästner, jährlich ^40,884 Pf. kohlensaurosNatrum liefert), Marienbad, Königswarth, Franzensquelle, Bilin, Töplitz, Eiebwerda,Flinsberg, Warmbrunn, Salzbrunn, Altwasser, Cudowa, Reinerz u. m. a. in Deutsch-land, die Quellen von Mont-d’or, St. Nectaire, Vichy, St. Mars, Chaudes - Aigues,Vals, Bareges, St. Sauveur, Bagneres de Luchon u. s. w. in Frankreich.
Da, wo vulkanische Formationen, Basalt und Klingstein fehlen, gibt es auchkeine kohlensaures Natrum haltige Quellen. (Siehe Bischof 1. c. S. 231.) Wenigstenskommt es dann nur als sehr untergeordneter Bestandteil vor. Daher tritt daskohlensaure Natrum in den Quellen der Schweizer-Alpen gänzlich zurück , undnur dort w'ieder auf, wo im Jura-Kalkgebirge nordöstlich von Schaffhausen und amKaiserstuhl wieder Basalt, Klingstein, Trachyt und Tuff erscheinen. Das Na-trum findet sich theils in freiem, theils in kohlensaurem Zustande in den meistenvulkanischen Felsarten, oft in beträchtlichen Verhältnissen der Mischung (s. Bischof1. c. S. 239) ; z. B. in Klingstein, nach Klaproth, 8, 10 Procent, in den Basalten, nachKennedy und Klaproth, 2,0 bis l\ Proc. Es ist also höchst wahrscheinlich, dafs dieMineralquellen, die in der Nähe dieser Gebirgsarten entspringen, ihren Gehalt anNatrum eben diesen vulkanischen Gebirgsarten zu verdanken haben.
Man hat geglaubt, dafs in einigen Mineralquellen das Natrum als caustischesNatrum vorkomme und dafs solche Mineralquellen eben diesem Gehalt an causti-schem Natrum ihre Ilauptwirkung verdanken; es war dieses namentlich von den Mi-neralquellen von Bareges und Cauterets der Fall. Anglada hat dargethan, dafs dasNatrum in diesen Quellen in halb kohlensaurem Zustande vorkomme.
Non dem hydrothionsauren, liydrojodsaureu, phosphor sauren undboraxsauren Natrum der Mineralquellen.
Bei künftigen Untersuchungen von Schwefel - und Salzquellen wird es daraufankommen, die Gegcmvart dieser Salze besser zu erforschen; wahrscheinlich kommen