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Abhandlung von den Mineralquellen im Allgemeinen und Versuch einer Zusammenstellung von 880 der bekannteren Mineralquellen und Salinen Deutschlands, der Schweiz und einiger angränzenden Länder : mit analytischen Tabellen, worin etwa 250 chemische Analysen von Mineralquellen angegeben sind
Entstehung
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Das Sauerstoffgas, welches man in einigen Mineralquellen entdeckt hat, scheint,besonders, da es in Begleitung von Stickstoffgas auftritt, der dem Wasser stets bei-gemengten atmosphärischen Luft zu gehören.

Von den festen Bestandtlieilen der Mineralquellen.

Das quantitative Yerhältnifs der festen Bestandteile unterliegt bei manchenMineralquellen, deren Ursprung nicht tief unter der Oberfläche zu suchen ist, denEinflüssen der Atmosphäre. Unter einander sind die Mineralquellen in Hinsicht derMenge ihrer festen Bestandteile ebenfalls sehr verschieden; es gibt Mineralquellen,welche arm an festen Bestandteilen sind, ärmer, als manche Trinkquelle; liiehergehören einige dem Urgestein entspringende Thermen, wie, z. B., Wildbad, Gastein,Pfeffers, Ami ab erg; dann mehrere kalte Mineralquellen, die, reich an flüchtigenBestandteilen, nur wenig feste Bestandteile besitzen, wie, z. B., Sinnberg, Wernarz,Rolle, der Carlsbader Säuerling, Königswarth, Brückenau, Spaa, dann die Schwefel-quellen zu Landeck, Leensingen u. s. w. (Siehe Osann S. 28.) Reich an festen Be-standteilen sind der Marienbader Kreuzbrunnen, die Bitterwasser von Pülna, Seid-schütz und Seidlitz, die Salzquellen zu Frankenhausen, Pyrmont, Wiesbaden, derPiagozi und Pandur zu Kissingen, die Schwefelquelle bei Doberan.

Die qualitative Verschiedenheit der chemischen Bestandteile ist ebenfalls sehrbedeutend. Es lassen sich sämmtliche Mineralquellen in dieser Hinsicht in drei Ab-theilungen bringen. Je nachdem sie nämlich dem sogenannten Ur- und Ueber-gangsgestein oder vulkanishen Ge b i rgsarten entspringen, enthalten sie mehrKieselerde, Natrum, Schwefel, Lithium, Kohlensäure und kohlensaure Salze. Mine-ralquellen, welche den älteren und mittleren F lötzgebirgen entspringen, sindreicher an schwefelsauren und salzsauren Salzen des Natrums, Kalkes und Talkes;auch enthalten sie Kohlensäure und Jode. Die den jüngeren Flötzgebirgen odergar der D i 1 u v i a 1 - F o r m at i o n entspingenden Mineralquellen sind gröfstentheils kalteSchwefelquellen, Eisensäuerlinge mit wenig Kohlensäure, Salzquellen, Vitriol - undAlaunwasser, Mineralquellen mit salpetersauren, humussauren, pflanzensauren Salzen.

Man kann zur Erleichterung der Uebersicht allenfalls den Satz aufstellen, dafsI sich diese drei Classen von Mineralquellen über Deutschland so verbreiten, wie die

drei Gebirgsmassen-Arten, und dafs, wie Deutschland in drei Abtheilungen, nämlichin das nördliche, mittlere und südliche Deutschland, zerfällt, auch die Gebirgsartenund mit diesen die Mineralquellen drei grofse Abtheilungen bilden, die sich aberfreilich nicht ganz nach dieser Giänze richten.

Von den Natrumsalzen.

Das Natrum kommt in den Mineralquellen und Thermen an verschiedene Säurengebunden vor; von allen am häufigsten ist die Verbindung des Natrums mit derSalzsäure, oder das Chlornatrium (das hyclrochlorsaure Natrum oder das Koch-salz). Das Kochsalz fehlt in fast keiner Mineralquelle; in einigen aber bildet es denHauptbestandteil, nämlich, aufser den Soolquellen, in den Thermen von Aachen,Burtscheid, Wiesbaden, Baden.

Die Menge des auf diese Weise zu Tage kommenden Salzes ist ungeheuer grofs.Kästner berechnet die täglich aus Wiesbadens Quellen ausgeworfene Salzmasse auf42,000 bis 5 o,ooo Pfd., worunter 77 Procent Kochsalz. Monheim bestimmt die Mengedes mit den Quellen von Aachen und Burtscheid jährlich ausfliefsenden Kochsalzesauf wenigstens eine halbe Million Centner, was, wenn man die Dauer des Wasser-