Druckschrift 
Abhandlung von den Mineralquellen im Allgemeinen und Versuch einer Zusammenstellung von 880 der bekannteren Mineralquellen und Salinen Deutschlands, der Schweiz und einiger angränzenden Länder : mit analytischen Tabellen, worin etwa 250 chemische Analysen von Mineralquellen angegeben sind
Entstehung
Seite
22
Einzelbild herunterladen
 

Schwefelwasser von MolTat in Schottland; Lamb in der Quelle von Lemington ;Stromeyer in den Schwefelquellen von Eilsen; Gimbernat, Reumont und Monheimin dem Schwefelwasser von Aachen und Burtscheid, wo sie es mit Schwefel verbun-den glaubten, was aber auf Zweifel, die Berzelius und Gehlen gegen eine solche Ver-bindung erhoben, später von Monheim widerrufen wurde, der die in Frage stehendeGas-Art als ein Gemisch von Stickgas, kohlensaurem Gas und Schwefelwasserstolfgaserkannte. Anglada (s. dessen 4- Memoire) fand bei der Untersuchung der Schwefel-quellen der östlichen Pyrenäen das Stickgas als einen charakteristischen Bestandteildieser Classe von Quellen, und er betrachtet eine Schwefelquelle ohne Stickgas alseine Ausnahme von der Regel, macht aber dabei auf den Umstand aufmerksam, dafsman bei Untersuchung der Gas-Entwickelungen einer Quelle darauf Rücksicht nehmenmüsse, ob das Reservoir gerade über dem Ursprungsorte der Mineralquelle sich be-finde, da es nicht leicht möglich scy, das Entstehen von Gas-Blasen zu bemerken,wenn die Quelle von oben nach unten oder in einer schrägen Richtung fliefse.

Anglada bedient sich zum Auffangen des Gases aus der Quelle selbst einer inder Milte durchbohrten und mit einem ebenfalls durchbohrten Stöpsel versehenenflachen Schüssel, worauf er den Hals der Flasche anbringt, in der er das Gas auf-fangen will. Man kann sich dieser Vorrichtung auch bei Reservoirs von wenig Tiefebedienen. Anglada, dessen mit so vieler Umsicht angestellte Versuche ihn zu einerAutorität in dieser Art von Untersuchungen erheben, hat dargethan, dafs das Stick-gas von der Zersetzung der atmosphärischen Luft herrühre, welche das Wasser inseinem Laufe begleitet und welche, wie oben angeführt, auch zur Entwickelung vonhydrothionsaurem Gas Veranlassung gibt.

Aimlada macht eine Bemerkung, welche ich hier noch anführe, weil sie sichauch vielleicht auf einige deutsche Mineralquellen anwenden läfst; er sagt nämlich,dafs die Gegenwart von Stickgas und von Glairine, während der Abwesenheit desSchwefelwasserstofigases oder hydrothionsaurer Salze, uns anzeige, dafs die Quellen,worin man jene finde, entartete Schwefelquellen seyen. So ist ei, z. B., nicht abge-neigt, anzunehmen, dafs die Quellen von Plombieres in den Vogesen und von Aixin dem Departement der Rhonemündungen, so wie von Ussat u. s. w. wohl zu denentarteten Schwefelquellen gehören könnten. Würde man nicht von den Quellen zuEms, Wiesbaden, Baden in Baden und der Schweiz, ferner von Bertrich u. s. w.dieselben Vermuthungen mit demselben Rechte hegen dürfen? Ich verweise in Hin-sicht der übrigen Schlufsfolgerungen auf das Original.

Das Stickgas hat man in den meisten warmen und kalten Schwefelquellen Deutsch-lands, dann auch in den salzhaltigen Thermen von Wiesbaden, Ems, Schlangenbad,Carlsbad, Teplitz u. s. w. gefunden. Auch in den Säuerlingen, in den kalten Salz-und Eisenquellen ist das Stickgas entdeckt worden, und in den ersteren tritt es ge-wifs häufiger auf, als man bis dahin geglaubt hat, da man in vielen anderen Quellendasselbe bereits entdeckt hat, z. B. in der Therme von Canea auf Zeilon, von Lenkin Wallis, von Onoto in den CordiHeren, von Neris, Bourbon-lArchambault, vonBourbonne-les-Bains, von Luxeuil, Plombieres und von Vichy. (S. Anglada 1. c.)

Kon dem Koldenwasserstoffgas und Sauerstoffgas der Mineralquellen.

Das Kohlenwasserstoflgas hat man in den Quellen von Eilsen und Nenndorfund im Augustus-Bade gefunden. Osann ist mit Recht der Meinung, dafs seine Ent-stehung durch Torf- oder Kohlenlager bedingt sey, in deren Nähe diese Quellen ent-springen. In den verschiedenen Arten von Mineralschlamm jener Schwefelquellenkommt es häufiger als Produkt chemischer Zersetzung vor.