Bei einigen kalten Salzquellen und hei einigen Thermen ist der Gehalt aitGasen äufserst gering und für die gewöhnliche Beobachtung unmerklich; in anderendagegen kommt das Volumen der Gase dem des Wassers gleich, wie, z. B., in derSalzquelle des Kaiser-Franz-Bades, im Marienbader-Kreuzbrunnen; in andern iiber-trill't es das Volumen des Wassers um % bis 2 / 3 Mal, wie cs im Neubrunnen zuPyrmont, in der Franzenquelle bei Eger, in der alten Quelle zu Beinerz und in denTrinkquellen zu Pyrmont der Fall ist, da sie nach Brandes und Krü ger 171 C. Z.Gas in 100 C. Z. Wasser enthalten.
V011 dem kohlensauren Gas der Mineralquellen.
Die gröfsle Menge von Gas in den Mineralquellen ist Kohlensäure, von derenUrsprung wir eben so wenig wissen, als von dem Ursprung der Quellen selbst. Esscy mir erlaubt, aus Bischofs musterhafter Schrift (die vulkanischen MineralquellenDeutschlands und Frankreichs u. s. w., Bonn 1826, S. 205 ) das hieher Gehörige zuentnehmen.
Nach Bischof kann die Kohlensäure entweder — ein Produkt aus ihren Elemen-ten, oder —' ein Edukt aus kohlensauren Salzen soyn. Im ersten Falle kann sie sichbilden: a) beim Verbrennen der Kohle oder solcher Substanzen, welche Kohlenstoffenthalten; b ) beim Aufeinanderwirken kohlenstoffhaltiger Körper und verschiedenerloser \erbindungen des Sauerstoffs, bei gewöhnlicher oder höherer Temperatur; sobeim Kochen der Salpetersäure über Kohle, beim Glühen von Metall-Oxyden mitKohle etc.; c) beim Einwirken des Sauerstoffs auf nasse Kohle, in gewöhnlicherTemperatur; d) bei verschiedenen chemischen Processen in organischen Körpern, ingewöhnlicher oder wenig erhöhter Temperatur, wie bei der Gährung, Fäulnifs, beimAllimen etc.; e) beim Verbrennen brennbarer Gas-Arten, welche Kohlenstoff enthalten,wie beim Verbrennen von Kohlen-Oxyd, Kohlenwasserstoffgas etc.
Im zweiten Falle kann sie ausgeschieden werden: a) auf trockenem Wege durchGlühhitze, aus kohlensaurer Kalk-, Talk- und Strontianerde, so wie aus den schwe-ren, kohlensaurcn Metall-Oxyden, wie, z. B., aus dem kohlensauren Eisen-Oxydul,Zink-Oxyd etc.; b) auf nassem Wege durch Säuren aus allen kohlcnsauren Salzen.
Nachdem Bischof das Unzulängliche der Annahme, dafs Kohlensäure sich ausihren Elementen im Innern der Erde zusammensetzen könne, gezeigt hat, prüft erdie anderen Entstchungsarten derselben und verweilt bei der Entstehung der Koh-lensäure aus kohlensaurer Erde mit Aufmerksamkeit. Er scheint nicht abnenemt, an-zunehmen, dafs s,olclic tlicils auf trockenem, tlieils auf nassem Wc^e erfolge, undglaubt, dafs sich eine solche Annahme durch chemische und neomiostische Gründerechtfertigen lasse. Auch macht derselbe noch besonders aufmerksam auf dieWahrscheinlichkeit des Vorhandenseyns von kohlensaurem Natrum in dem innerstenund tiefsten Schoofse der Erde, welches denn zum Theil zu Auflösung von Erdenund Metall-Oxyden, zu vulkanischen Produkten, zum Theil zu Entwickelung vonKohlensäure Veranlassung gebe. Die Anhänger .der kepler’sclien Theorie von einemLeben der Erde oder der kelcrstcinischcn von einem Athmen derselben haben inder Entwickelung der Kohlensäure aus der Erde einen Beweis für die Annahmeeines Lebens- oder Alhmungsprocesses gefunden, und in der That ist das Auftretender Kohlensäure eben so wie des Stickgases und wie der Glairine in den Mineral-wassern ganz dazu geeignet, die Parallele zwischen Minerahvasser-Bildung und Le-bensprocefs zu vervollständigen, wenn man einmal aufhört, dem Begriff von Lebenseine Beschränkung zu nehmen. Stellt man indessen einige geognostische Thatsachenmit der Unmöglichkeit, sich anders den Ursprung der Kohlensäure zu erklären, zu-