gabte sey, der man nicht verfehlte, das Prädicat einer organischen, lebendigen Wärmebeizulegen.
Diese Behauptungen wurden selbst von einigen Beobachtern von anerkanntemGewich 1; unterstütz!.; Hufeland, Peez, Rullmann, Kästner, Thilenius, Kopp, Scheitlinn. m. A. in Deutschland, Duclos, Dulay, Bordeu, I' ödere, Patissier in Frankreichsprachen sich für die privilegirte Wärme der Mineralquellen aus und stützten sichzum Theil auf angestellte Versuche.
Um nun diese, allen bisher bekannten Gesetzen der Physik widersprechendeAnnahme zu berichtigen, wurden Gegenversuche angestellt von Struvc, Diel, Bischof,Salzer, Reufs, Damm, Steinmann, Pagenstecher, Jenichcn, Longchamp, Gendrin,Jacquot und Anglada, aus denen man berechtigt ist, als Resultat anzunehmen, dafssich kein Unterschied nachweisen lasse zwischen der Wärme der Thermen und deskünstlich erwärmten "Wassers, weder in Hinsicht der Wärme-Entstrahlung, noch derWärme-Aufnahme, noch in Hinsicht ihrer Einwirkungauf die Sinne, auf Pflanzen und aufanimalische Gebilde. Anglada fand die Hitze der Thermalwasser dem Finger und derZunge eben so empfindlich, als die durch künstliche W'ärme auf gleichen Tempe-ratur-Grad wieder gebrachten, vorher abgekühlten Wasser derselben Quelle.
In Arles, wo man in der Quelle von 49—5o° R.. Eier gar macht, glaubte Au-glada, eine gröfsere, intensivere Wärme der Therme annehmen zu müssen, weil ersich erinnerte, dafs ein gröfserer Wärmegrad zur Coagulation des Eiweifses erfor-dert werde; doch überzeugte ihn ein Experiment, dafs Flufswasser, auf denselbenTemperatur-Grad gebracht, ebenfalls imStande sey, in x5 —20 Minuten das Eiwcifsgerinnen zu machen.
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Anglada bekämpft das Vorurthcil, dafs Thermalwasser später zum Siedepunktgelange, als kaltes, gewöhnliches Wasser, mit Versuchen. Er fand keinen Unterschiedin den Zeiten, und seine Vei’suche sind mit der gröbsten Genauigkeit und Umsichtangestellt. Eben so wenig wollte es ihm gelingen, in den Abkühlungszeitcn zweierFlüssigkeiten, wovon die eine Thermalwasser, mit seiner natürlichen Wärme begabt,und die andere künstlich erwärmtes, vorher abgekühltes Thermalwasser derselbenQuelle war, den geringsten Unterschied zu entdecken. Wer sich von der Genauig-keit der Versuche Anglada’s in seinen Memoiren überzeugt hat, wird in dieseResultate keinen Zweifel setzen, und mit ihm der Meinung scyn, dafs vor derSprache eines strengen Experiments Irrthümcr verschwinden müssen, welche dasVorurtheil für die Thcnnalwasser gebildet, w r elche eine falsche Erfahrung bestärktund welche dieses blinde Hingehen, mit welchem die Schriftsteller sich gcaenseitienachschreiben, nicht verfehlt hatte, fortzupflanzen und in den classischcn Werkenunserer Epoche zu verbreiten. :> )
Voji dem Gas-Gehalt der Mineralquellen<
Den meisten Mineralwassern wohnt aufscr der leiblichen Materie der Salze undfesten Theile noch ein flüchtiges, geistiges Wesen bei; cs sind die Gase, die sich,beim Hervortreten der Quelle an das Licht des Tages, oft sehr rasch aus ihnenentwickeln. Sie sind von der gröbsten Wichtigkeit bei der Bestimmung der Heil-Wirkung einer Quelle, und machen bei einigen den Ilauptbestandthcil aus. Wie siesich in den Quellen bilden, — ob sie im Laufe derselben ihnen mechanisch beitreten,oder ob sie sich chemisch aus ihnen entwickeln, — darüber wissen wir noch wenigBestimmtes.
4 ) S. J. Anglada, memoires pour servir u Thistoire generale desParis 1827, S. 100 u. f.
eaux minerales sulfurenses etc.