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Abhandlung von den Mineralquellen im Allgemeinen und Versuch einer Zusammenstellung von 880 der bekannteren Mineralquellen und Salinen Deutschlands, der Schweiz und einiger angränzenden Länder : mit analytischen Tabellen, worin etwa 250 chemische Analysen von Mineralquellen angegeben sind
Entstehung
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Aristoteles, Plinius, Galen haben die Meinung ausgesprochen, dafs die Quellendie Eigenschaft der sie umgebenden Gcbirgsarten annehmen. Neuere Hydrologen sindderselben Meinung, wenn sie auch nicht geradezu voraussetzen, dafs die Mineralquellenso ohne alle besondere Mühe die in ihnen enthaltenen Salze und Stoffe aufnehmen.Wir können diese Theorie die chemische nennen. Struvc und Bischof, den vonAndern als höher bezeichnetcn Weg der Speculation verlassend und zum Experi-mente zurückkehrend, haben uns in neuester Zeit mit den erfreulichsten und schla-gendsten Resultaten beschenkt, nach denen es gar nicht schwer ist, die Entstehungder Mineralquellen auf chemische Weise sich zu erklären. Die vulkanischen undgeologischen Verhältnisse sind hiebei gehörig gewürdigt. *)

Die Mineralquellen werden also gebildet, [entweder, indem Meteorwasser aufdie Erde gelangt, auf seinem Lauf durch Gebirge und Erden sich mit Gas undSalz schwängei't, mineralisirt, und als Mineralquelle zu Tage kommt; oder siesind Grundwasser, die haarröhrchenartig sich bis zu den Gipfeln der Berge ziehen,sich auf ihrem Wege mit festen und flüchtigen Stoffen beladen, und dann alsQuellen hervorfliefsen ; oder sie werden als Grundwasser durch unterirdischeWärme verflüchtigt, an den Gipfeln der Berge abgekühlt, und kommen dann nachverschiedenen Umständen, entweder kalt oder warm, mit Gas und Salz impregnirt,oder in Gehalt mehr dem destillirten, chemisch indifferenten Wasser gleichend, zumVorschein; oder sie sind Produkte eines eigenthümlichen Lebens-Processes, odereines galvanischen Processes der Erde; oder sic entstehen im Innern der Erde,durch unbestimmbare Gewalten vulkanischer oder urweltlicher Art, indem meteori-sches oder tellurisches Wasser durch chemische Processe (Auflösungen, Auslaugungen,Verflüchtigungen, Austauschungen u. s. w., die nachzuahmen uns mit unseren ge-ringen Hülfsmitteln nicht möglich ist, weil sie wahrscheinlich unter vielfach ver-mehrtem Druck und bei einem unerreichbaren Hitzegrad vor sich gehen) mit Gasen,Salzen und Stoffen beladen und durch comprimirtes Gas oder Wasser-Dampf zuTage gehoben wird.

Diefs sind die Resultate der bis jetzt fortgesetzten Untersuchungen über diesenGegenstand. Direct ist gegen keine dieser. Ansichten etwas zu behaupten ; möglichsind sie alle; vielleicht finden alle jene Entstehungsarten Statt. Keine jener Erklärun-gen ist indessen umfassend und befriedigend; keine davon gibt über die Gesammt-heit der Quellen-Eisclieinungen und über Verbindung und Zusammenhang derselbenmit anderen cosmischen und tellurischen Phänomenen genügenden Aufschlufs.

Von einer Theorie der Mineralquellcn-Bildung, die sich auf die An-nahme einer im Innern der Erde Statt habenden Gluth stützt.

Wie wir in manchen Stücken nach langen wissenschaftlichen Abschweifungenzu den Ansichten der Alten zurückkehren, so geschieht es auch mit der Ansicht vondem Ursprung der Quellen und der ihnen einwohnenden Wärme. Sie wurde ziem-lich allgemein einem Centralfeuer der Erde zugeschrieben. Diese Idee von einem imInnern der Erde Statt findenden Fortglühen ist wieder sehr in Aufnahme und wirddurch fortgesetzte Untersuchungen über Temperatur-Zunahme im Innern des Ge-birges unterstützt. j

Nachdem man sich von der Idee eines unterirdischen, eines Central-Feuers los-gesagt hatte, schrieb man den Ursprung der Wärme der Quellen bald brennenden

*0 S. die vulkanischen Mineralquellen Deutschlands und Frankreichs von Dr. II. Bischof,Bonn 1826. Die künstlichen Mineralwasser von Dr. F, A. A. Struvc, Dresden 1826.