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Abhandlung von den Mineralquellen im Allgemeinen und Versuch einer Zusammenstellung von 880 der bekannteren Mineralquellen und Salinen Deutschlands, der Schweiz und einiger angränzenden Länder : mit analytischen Tabellen, worin etwa 250 chemische Analysen von Mineralquellen angegeben sind
Entstehung
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' So wichtige Autoritäten nun auch für diese Art des Ursprungs der Quellen sichaussprechen, und obgleich die Meinungen über eine andere Entstehungsweise nurisolirt dastehen, obgleich die meisten Naturforscher und fast alle Handbücher derPhysik von dem Satze ausgehen, dafs alle Grund- und Quellwasser ihren Ursprungblofs und allein atmosphärischen Gewässern verdanken, und obgleich man nichtsinnlich anschaulich gemacht hat, dafs die Risse und Klüfte und Spalten der Berge«deich hydrostatischen Röhren wirken, so kann man doch nicht umhin, den Unter-suchungen von Keferstein über diesen Gegenstand * *) ein grofses Gegengewicht bei-zumessen.

Mit Seneca, Descartes, PeiTault, Kircher, Kühn bezweifelt Keferstein den Ursprungder Quellwasser aus den atmosphärischen Wassern, und stellt als Resultate seinerUntersuchung darüber folgende Sätze auf:

t. Es ist durch keinen Versuch zur Zeit nachgewiesen, dafs die atmosphäri-schen Wasser im Allgemeinen bis tief in das Innere eindringen; die wenigen bisjetzt angestellten Versuche haben vielmehr das Gegentheil bewiesen.

2. Die allgemeine Erfahrung lehrt dagegen, dafs die atmosphärischen Wassernur wenige Fufs tief, selbst in lockeres Erdreich, eindringen, und dafs viele Erd-schichten car kein Wasser durchlassen.

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3.4- Von den Gesteinschichten sind oft die sehr porösen sehr trocken, wäh-rend die dichteren wasserreich erscheinen, was nicht seyn könnte, wenn sie sieb-,röhren- oder haarröhrchenartig wirkten.

5. Unterirdische Wasserbehälter, von denen die Quellen unterhalten werdensollen, existiren in der Natur nicht, und wenn sie vorhanden wären, würden sic diebei den Quellen beobachteten Erscheinungen nicht erklären.

6. Röhrenartige, heberförmige Räume, vermöge welcher das Aufsteigen derQuellen erklärt wird, sind in der Natur nicht vorhanden, und wenn sie vorhandenwären, würden die Quellen anders wirken, als jetzt.

Kircher, Varenius, Derham leiteten die Grundwasser aus dem Meere ab, undglaubten, dafs das Wasser sich haarröhrchenartig bis auf die Spitzen der Berge zöge.Jenen mechanischen Ansichten von dem Ursprung der Quellen durch Aufsaugung,Ansammlung und Wiederzutageförderung atmosphärischer Wasser steht eine an-dere zur Seite', welche der Veidunstung und Abkühlung des Wasserdunstes inden Bergen, indem die Dämpfe des Grundwassers im Innern der Gebirge durchRisse und Spalten in die Höhe dringen und sich dann an den kälteren Oberflächenund Gipfeln der Berge verdichten, den Ursprung der Quellen zuschreibt. Dieser An-sicht von der Verdunstung innerer Erdwasser, der Grundwasser vermöge innererWärme huldigten: Descartes, Rohault, Leibnitz, Andala, Guilielmini, Woodward undKühn, der seine Ansichten in einer von der Academie der Wissenschaften gekröntenPreisschrift entwickelte.

Man könnte sie die D estillations-Th e orie nennen.

Die organi s ch-dy n amische Theorie setzt eine lebendige Thätigkcit desErdkörpers voraus; Seneca, Georg Agricola, Kepler, Lulolfs, Grimm, Meincke, Patrin,Bertrand, Ebel, Voigt, Schelling u. m. A. haben die Erde als etwas cigcnthümlichLebendiges, und die Quellen als Produkte ihres Lcbens-Processes betrachtet. Keplerist, bei seinem Vergleiche der Erde mit einem grofsen Thicrc, der Meinung, dafsdas Meerwasser von demselben eingeschluckt, im Innern weiter verarbeitet und alsGrund - und Quellwasser wieder zu Tage gebracht werde.

Lulolfs meint auch, dafs man die Erde nicht unfüglich einem lebendigen Thiere

*) S. dessen geognostisclies Deutschland, B. V. H. I. S. 146-