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Abhandlung von den Mineralquellen im Allgemeinen und Versuch einer Zusammenstellung von 880 der bekannteren Mineralquellen und Salinen Deutschlands, der Schweiz und einiger angränzenden Länder : mit analytischen Tabellen, worin etwa 250 chemische Analysen von Mineralquellen angegeben sind
Entstehung
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Fast bei allen bemerken wir einen von den umgebenden Gebirgsarten gänzlich ab-weichenden chemischen Gehalt.

In der Nähe von noch thätigen Vulkanen sind Thermen und Mineralquelleneine constante Erscheinung; einzelne Quellen verschwinden während der Dauergrofser Erdbeben; andere entstehen; andere verändern ihren chemischen Gehalt fürimmer, oder nur vorübergehend.

Manche Quellen zeigen einen gewissen Zusammenhang mit atmosphärischen Er-eignissen; andere Quellen, besonders Thermen, zeigen dagegen eine unerschütterlicheBeständigkeit bei allen Veränderungen des Wetters, der Jahreszeit, sowohl in Hin-sicht ihrer Menge und ihrer chemischen Zusammensetzung, als auch in Hinsichtihrer Temperatur.

Es gibt Quellen, die eine regelmäfsigc Abwechselung des Erscheinens und Ver-schwindens, eine wahre Intcrmittenz darbieten und, abgesehen von dem Einflufs derAtmosphäre, einem periodischen Fiiefsen und Versiegen unterworfen sind, als wennsie mit anderen regelmäfsigen Schwankungen (der Ebbe und Fluth des Binnenmee-res? oder der Zu- und Abnahme der Temperatur während des Tages) zusammen-hingen; z. B. der Bullerborn zu Paderborn, der Engstierbrunnen zu Bern, eineQuelle am Comer-See.

Dann gibt es Quellen, die mit Gewalt aus der Erde hervortreten; andere, dieauf den Gipfeln der Berge entspringen (die Brockenquelle, der Kicselborn bei Wiesbaden).

Andere merkwürdige Erscheinungen bei Quellen sind: das Nebcncinander-Ent-springen von, sowohl an Temperatur, als an chemischem Gehalt sehr verschieden ge-arteten Quellen, so dafs, wie Anglada berichtet, man in den Pyrenäen mit dem einenFinger eine heifse Schwefelquelle und mit einem andern derselben Hand eine kalteQuelle berühren kann; dann der Gehaltan den verschiedensten salzigen Bestandtei-len (siehe die chemische Betrachtung der Mineralquellen), an Gasen und an cxtrac-tivstoü'igen Körpern, namentlich der Glairine; dann der reiche Gehalt mancherQuellen an Kieselerde, der auf künstlichem W T ege nicht nachgeahmt werden kann.

Mit Quellenveihältnissen zusammenhängend sind vielleicht folgende Erscheinun-gen (siehe Kastners Meteorologie, I. S. 375 u. ff.): das Steigen und Fallen desGrundwasseis, gleichzeitig mit dem der Bäche, Flüsse, Ströme und des Meeres; dierelative Unabhängigkeit des Wassergehaltes der grofsen Ströme von den einzelnenWitterungsveränderungen; das Vorhandenseyn der Moorgründe, Brüche, Moräste undihrer Quellen auf den meisten waldigen und buschigen Höhen; der Triebsand, denmanche Quellen mit sich führen; das Ersäufen verschiedener Gruben in Folge sehrheifserSommer; die periodischen Ueberschwemmungen der Bäche, Flüsse und Ströme;das Entstehen von Landseen durch Erdfälle; das Versiegen grofser Ströme im Sande.

Diese Aufzählung möge hinreichen; wir sehen hier Erscheinungen, wovon einigeoffenbar einer physisch-mechanischen, andere einer chemischen, andere einer vulka-nischen, andere einer atmosphärischen, andere einer uns unbekannten, tief im Ver-borgenen liegenden Thätigkeit und Ursache ihr Daseyn verdanken.

Es würde vergebens seyn, alle diese verschiedenen Phänomene unter eine ein-seitliche Entstehungs-Bedingung zurückführen zu wollen; im Gegentheil scheinenwir auch hier erst individualisiren zu müssen, um später auf einfache Sätze zurück-zukommen.

So erscheint Kastners Ausspruch im rechten Lichte, wenn er (Meteorologie I. S.3^5) bei Aufführung aller Entstehungs-Möglichkeiten sagt:Nur aus sämmtlichenEntstehungsweisen, indem wir sie unter Einen Gesichtspunkt zusammensteilen, sind,wir im Stande, sämmtliche Erscheinungen genügend zu erklären, welche die Quel-