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Abhandlung von den Mineralquellen im Allgemeinen und Versuch einer Zusammenstellung von 880 der bekannteren Mineralquellen und Salinen Deutschlands, der Schweiz und einiger angränzenden Länder : mit analytischen Tabellen, worin etwa 250 chemische Analysen von Mineralquellen angegeben sind
Entstehung
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Systeme der vorigen Jahrhunderte über Bau und Verrichtung der Erde keinenBeifall mehr.

Als man nach den heiligen Büchern die Bildung und Umgestaltung der Erdeerklären zu müssen glaubte, suchte man aus dem Zerreifsen der dünnen Kruste derErdrinde, die man sich auf dem Wasser schwimmend dachte, die Sündfluth zu er-klären, oder durch ein augenblickliches Aufhören der Cohäsion, oder durch einAufheben der Berge und daher entstehendes Abfliefsen und Ueberschwemmen (Bur-net, Woodward, Scheuchzer); Andere liefsen die Erde durch den Schweif eines Co-meten unter Wasser setzen (Whiston); Cartesius, Leibnitz, Bulfon betrachteten dieErde als eine erloschene Sonne, Letzterer als einen durch das Anprellcn eines Co-meten von ihr abgesplissenen Theil derselben, auf den sich die Dämpfe bei ihremErkalten niederschlugen, die Lehm Tind Kalklager absetzten. Nach Demaillet, Rodiz,de Lamarck war die Oberfläche der Erde ursprünglich mit Wasser lange Zeit be-deckt; es entwickelten sich hieraus die lebendigen Wesen, und mit ihnen die Metamor-phose der Erdarten.

Dann trat Kepler mit seiner Ansicht der Erde auf; er setzte ein Leben in ih-rem Ganzen und in den kleinsten Theilen derselben voraus, erklärte alle geologi-schen Phänomene physiologisch und pathologisch, und fand viele Anhänger, nichtallein zu seiner Zeit, sondern auch noch jetzt.

Endlich hat man die Physik und einzelne Lehren derselben, die Mechanik, danndie Botanik, Zoologie, und neuerdings die Chemie, zur Erklärung der Entstehungund Umänderung unsrer Erdoberfläche mit mehr oder weniger Glück benutzt. *)

Eine Erklärung von dem Entstehen der einfachen und der Mineralquellen gehtgleichen Gang mit der Erklärung der Erdbildung; sie ist abhängig von ihr, undwie in der Geologie alle Gewalten zur Entzifferung der dunkeln Räthsel angerufensind, Feuer uud Wasser, Meer und Sonne, Cometen und Lebenskraft, so hat manauch zur Entzifferung der Quellenverhältnisse alle Hebel in Bewegung gesetzt.

Es sey mir erlaubt, nach der Aufzählung der hervorstechendsten Eigenschaftender Quellen die berühmtesten Theorien über deren Entstehung anzuführen, undendlich der Ansicht, die mir am meisten zusagt, etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Von den allgemeinen Erscheinungen, welche die Quellen und

Mineralquellen darbieten.

Wir sehen eine Menge von Quellen in allen bergichten Gegenden entspringen;Berg und Quelle bedingen sich; daher sind die meisten grofsen Ebenen, die WüstenAfricas und Asiens, wasserleer. Wer tief genug graben könnte, würde auch in derdürresten Sandwüste Quellen finden. (Vielleicht ist es den artesischen Brunnen Vor-behalten, diese Wüsten theil- oder strichweise zugänglicher zu machen.)

Kohlensaures Natrum haltige Thermen und Mineralquellen treten besonders invulkanischen Gebirgsgegenden auf; Thermen mit wenig chemischen Bestandtheilenbesonders im Urgebirge; Salzquellen, kalte Schwefelquellen im Flötzgebirge; Eisen-quellen im Thonschiefer, in Uebergangsgebirgen; Kohlensäure-Quellen finden sichziemlich überall; reich daran sind aber vorzüglich wieder die vulkanishen Gegenden.

*) Siehe hierüber: Cu vier, Umwälzungen der Erdrinde, übersetzt und lierausgeg. von Dr. J.

Nöggerath, B. I. S. 4 » and ferner, B. II. Anhang, S. 166 u. f. Keferstein) Zeitung für

Geognosie, Geologie und innere Naturgeschichte der Erde. i. Stück. Weimar, 1826. S. 12 u.

f- Kästner, Meteorologie, Einleitung, S. 4 [ u - £> un< l an mehrern andern Stellen.

Cuvier, Geschichte der Fortschritte in den Naturwissenschaften, übersetzt von Dr. F. A.

Wiese. 1. Band, S. 160 u. f.

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