Zollverein, preußisch, deutscher
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nach englischen beschränkt. „Der Vortheil", sagen die „l imes", „ist allein auf derenglischen, der Nachtheil allein auf der preußischen Seite geblieben." Die vorzüg-lichsten preußischen (und deutschen) Produkte sind in England gradezu und unbe-dingt, andere mittelbar durch die englischen hohen Einfuhrzölle so gut wie verbo-ten, während der einzige in Preußen verbotene Einfuhrartikel Spielkarten und daseinzige der Regierung vordehaltene Monopol der Handel mit Salz ist. So z. B.übersteigt der englische Einfuhrzoll für Waste» besten Markpreis in Preussen. Ta-back zahlt in England 1000 Proc. seines ursprünglich!» Werthrs in Preußen;Hopfen 8 Pf. 11 Sch. für den Eentner. England erhebr vom Centnec Rohzuckeraus seinen und fremden Colonien eine Abgabe von re'p. 9,13 und 22 Thlr., Preu-ßen nur 5 Thlr.; vom rafstnirten Zucker erhebt England 59 Thlr., Preußen11 Thlr.; vom Kaffee auS seinen oder fremde» Colonien erhebt England resp. 19,28 und 47 Thlr., Preußen nur 6^ Thlr. Von Baumwollcnwaarcn erhebt Eng-land bei einigen 60, bei andern 177 Thlr. für den Centner, Preußen ungefähr16 Proc. vom Durchschnittswerthe und blos 12 Prvc.,wrnn sie auf die Messe vonFrankfurt a. d. O. eingebracht werden. Von seidenen Waaren erhebt England, jenachdem die Gattung ist, 423 bis 1347 Thlr. für den Centner, und von allennicht im Tarif benannten Waaren 30 Proc.; Preußen erhebt 55 — 110 Thlr.;von fremder Leinwand erhebt England 40 Proc., Preußen dagegen an den GrenzenSchlesiens und Westfalens von der rohen Leinwand derRachbarn gar keine Steuer,und nur an den übrigen Grenzen von den verschiedenen Waarenclasten 20 Sgr.bis 22 Thlr., oder 2^ — 11 Proc. vom Ccnrner. So sind auch in allen übrigenArtikeln die englischen Steuer» resp. 20 mal, 6 mal und 4 mal Häher als diepreußischen. Fremde Wolle, welche in England nach ihrem Werthe ^ Pence und1 Pence vom Pfunde bei der Einfuhr bezahlt, gehl in Preußen ganz frei von Ab-gaben «in. Daß aber die preußischen Fabriken und der preußische Handel un-geachtet des Tarifs nicht gesunken, sondern gestiegen sind, zeigt dcrrAufsatz einesPreußen im „kuurriian" aus amtlichen Angaben. Bei dieser Sachlage ist es be-greiflich, wcn-n HuSkiston schon neun Jahre nach dem Erscheinen des preußischenTarifs, in seiner Parlarnentsrcde vom 7. Mai 1827, Preußens Stcuergesetzegegen die Angriffe unkundiger Briten vertheidigte. Was er damals sagte ist nochheute wahr: „Die Abgaben auf den Verbrauch britischer Güter in Preußen seienunverkennbar als sehr niedrig zu betrachten, indem sie bei den meisten Gegenständenvon 5 — 10 Proc. schwankten, bei keinem Artikel ad.r 15 Proc. überstiegen;auch finde sich in dem ganzen preußischen Tarif nicht ein einziges Einfuhrverbot,und er hege die Zuversicht, daß die Zeit kommen werde, wo er eben so viel zu Gun-sten des britischen Tarifs sagen könne." In Frankreichs Handclswelt hat sich bisjetzt nur eine Stimme vernehmen lasten, welche den preußisch-deutschen Zolltarifund die Grundsätze, von denen er ausgeht, genau kennt und begreift, nämlich dieHandelskammer von Tararc (im Rhonedepartcment). Sie hat in einem Schrei-ben vom Oct. 1834 an den obersten Handclsrath jenen Tarif auseinandergesetztund ihn als ebenso zweckmäßig, wie in seinen Gradationen vernünftig gefunden,ganz im Gegensatze von Dem, was in Frankreich bestehe und den Namen einesSystems nicht verdiene.
Englands und Frankreichs Handelsegoismus und Monopolismus, die bis-her die kleinen Staaten Deutschlands sich Iributbar machten, können aber nur durcheine so bedeutende Zollmacht wie der preußisch-deutsche Handclsverein ist, zumNachgeben und zur Ermäßigung ihres Prohibitivsystems genöthigt werden. EinsAnnäherung Englands ist nicht schwer, sobald dasselbe nur seine Kornbill in einefeste Besteuerung des ausländischen Getreides v-rwandeln will. Die Hoffnunghierzu knüpft sich an die Tendenz, welche das sogenannte Rcsormministerium unddas reformirke Parlament genommen haben, sowie an die bekannte Missiondes von der Absurdität b«S Prohibitwspst-ms theoretisch und praktisch überzeugten