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Synodal- und Presbyterialwkftn
verhaftet wurden, und worunter, neben einigen Notabilitäten der Exaltirtcn undCommuneros von 182V — 23, in welchen man sich schon im Voraus einiger lä-stige Opponenten in den Cortes entledigte, auch die Nullität eines Paiafox zufinden war. Überdies konnten nun Maßregeln gegen die unzuverlässigen Ele-mente der neuen Nalionalpartei getroffen worden, und endlich scheinen diese Bege-benheiten eine Veranlassung gegeben zu haben, gegen die Königin eine ernstereSprache zu führen und ihre Rückkehr nach Madrid und ihre Anwesenheit bei derdurchaus nicht mehr ohne überwiegende Gefahr von Seiten der öffentlichen Mei-nung länger zu verschiebenden Eröffnung der CorteS zu verlangen. Diese fanddenn auch am24.Jul. statt, und die Königin hielt eine lange Rede, welche anBedeutungslosigkeit, insofern sie nichts sagt als was Jedermann längst weiß,jeder andern Thronrede sich zur Seite stellen darf. Höchstens konnte die Geld-macht wegen der schwankenden Ausdrücke über die Regulirung der Finanzen undder Staatsschuld einige Besorgniß erregende Bedeutung darin finden. Wir aberkönnen unsere Darstellung mit diesem wenigstens formellen, wenn auch nicht sehrwesentlichen Abschnitt in der Entwickelung der Begebenheiten um so eher schließen,da wir weit entfernt sind, uns ein Urtheil über die Möglichkeiten der Zukunft an-zumaßen, und ein Versuch, diese auch nur nebeneinander zu stellen uns viel zuweit führen würde. *) (83)
(Geschrieben im Anfang August ISA4.)
Synodal- und Presbyter!«! Wesen. Die Angelegenheit einerfreien repräsentativen Verfassung der protestantischen Kirche ist zwar schon früher beider Darstellung des Verhältnisses zwischen Staat und Kirche (s. d.) als einnothwendiges Element dieses Verhältnisses, wie es dort aufgefaßt wurde, zurSprache gekommen; allein der Gegenstand ist grade in dem gegenwärtigen Zeit-punkte, in dem der Kampf um die Einführung freier PreSbyterial- und Synodal-verfassungen oder um die vollständigere Entwickelung derselben, wo sie schon bestehen, so lebhaft geführt wird, von zu allgemeinem und tief eingreifendem In-teresse, als daß ihm nicht noch ein besonderer Artikel gewidmet werden sollte.Haben wir uns nun dort mehr in der Sphäre der allgemeinen theoretischen Be-trachtung gehalten, so sei es hier unsere Aufgabe, an die aufgestellt« Theorie unsanschließend, in eine Darstellung und Beurtheilung der faktischen Verhältnisseeinzugehen, und bei dieser Gelegenheit die ganz-Frage in ihrer Beziehung auf diebestehenden Zustände und specieller nochmals in nähere Erwägung zu ziehen. DerGrundgedanke unserer Ansicht war dieser: die Kirche ist ihrer Idee und ihremZwecke nach in dem Staate mit einbegriffen. Denn der Staat ist nicht bloßeRechtsanstalt, sondern die höchste Gemeinschaft für alle öffentlichen Zwecke desLebens, mithin auch der Religion, sofern sie dem öffentlichen Leben angehört,d. i. kirchlich ist. Die Kirche gehört unumgänglich zum Staate und ist nur dieEine erscheinende Seite desselben. Hat aber demnach auch die Kirche ihre Erlstenznur in und durch den Staat und als Anstalt des Staats, so fodert sie doch ebensonothwendig für sich eine gewisse corporative Selbständigkeit, welche eine freie Ent-wickelung des religiösen Lebens in ihr möglich macht und sie gegen die störendenEinwirkungen anderer Elemente des Staatslebens sichert. Diese Ansicht vermei-det die Einseitigkeiten der beiden in dem protestantischen Kirchenrccht sich entgegen-stehenden Systeme, des Collegialsystem« und des TerritorialsystemS. DaS Col -legialsystem leidet an einer für Staat und Kirche gleich verderblichen Entgegen-
-) Wir haben absichtlich diesen Aufsatz nicht bis auf die neueste Zeit fortführenmögen, da über die, im Allgemeinen bekannten Ereignisse seit der Eröffnung derCortes in Madrid und der Ankunft des Don Carlos in den insurgirten Provinzenkeine andern Quellen vorhanden sind als die Zeitungen, die zu einer genügendenDarstellung nicht ausreichen.
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