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Vierter Band (1834) S bis Z
Entstehung
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§8crt»lotti (David), wurde am 2. Nov, 1786 zu Turin geboren, wo seinVater ein wohlhabender Kaufmann war, aber noch wahrend der Kindheit seinesSohnes durch eine Handelscrisis sein Vermögen verlor. Schon früh zeigten sichSpuren eines aufblühenden Talents bei dem jungen B., und er bestrebte sich aufReisen, eine wissenschaftliche Bildung zu erwerben, wozu seine Erziehung denGrund gelegt hatte. Au verschiedet»» Zeiten durchwanderte er die Schweiz, Frank-reich uno England, und meist zu Fuße fast alle Provinzen Italiens, unter ih-nen mit Vorliebe solche, welche gewöhnlich von den Reisenden, die nur Unterhal-tung bezwecken, nicht aufgesucht zu werden pflegen. Es konnte nicht fehlen, daßer dabei mit vielen Gelehrten und Schriftstellern in Berührung trat. Männer wieMonti, Paradisi, Foscolo, Perticari, Volta und Andere, deren ihr Vaterlandmit Stolz, Liebe und Sehnsucht gedenkt, nahmen ihn mit Wohlwollen auf undfolgten mit Interesse seiner schriftstellerischen Laufbahn. Von 1814 22 redi-s girt, er die zu Mailand erscheinende literarische Zeitschrift1.0 Lpettstore", undbis 1830 die Fortsetzung derselben1i nuaon Kicog'itore", welche zu den bessernUntcrhaitungsblättern zu zählen sind. Seit jener Zeit lebt er meist in seiner Vater-i Aadt Turin. B 's Originalwerke, neben mehren Übersetzungen, unter welchen! seine Übertragung von Grap'S Gedichten (Mailand 1812) als seine erste litera-i rische Arbeit genannt werden muß, sind zahlreich und behandeln sehr verschieden-> artige Gegenstände. Wenn man auch nicht sagen kann, daß er in irgend einemkiteraturzweige den Ton angegeben und etwas Außerordentliches geleistet habe, sosind doch alle seine Arbeiten schätzenswerth wegen der Belehrung, die sie gewähren,wegen des warmen Ausdrucks der Empfindung, der unterhaltenden Darstellungund des gebildeten Ton«, der in ihnen herrscht. Im Fache des Romans stand be-kanntlich die italienische Literatur andcm Ländern bis zum Erscheinen Manzoni'sauffallend nach. B.'sEinfall der Ungarn in Italien" (1823) gehört nach FoS-tolo'sOrtis" in diesem Gebiete zu dem Besten; seine sonstigen zahlreichen klei-nen Romane und Erzählungen (von denen 1832 zu Mailand eine Auswahl er-' schien) sind eine Lieblingslectüre geworden, laufen aber durch das Vorherrscheni der sentimentalen Stimmung und Situationen bisweilen Gefahr, etwas einför-mig zu werden. Schätzenswerth sind seine vier Tragödien:Tancred von Leere",Jncs de Castro",Irene" undDie Kreuzfahrer zu DamaScus", wenn sie auch»n Interesse der Charaktere, an poetischer Schönheit und Kraft der Sprache! weder Niccolini noch Manzoni erreichen. Neben einigen poetischen Schriften' (»Jsabslla Spinola", Erzählungen in Versen u. s. w.) hat sich aber B. durch ei-lige ernstere Werke bleibenderes Verdienst erworben, namentlich durch seine gehalt-Vvlle Reise durch die sardinischen Staaten des Festlandes und durch seine 1830 er-schienene brauchbare Übersicht der Geschichte des savopischen Regenlcnhauses, vons °len die erstere gelungene Localschildcrungen und gehaltvolle Bemerkungen überStatistik, Industrie und Leben dieses bedeutenden Theiles der italienischen Halb-M enthält. (58)