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Vierter Band (1834) S bis Z
Entstehung
Seite
1070
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Wirkung !m Verlauft der Zeit immer schärfer hervortreten, aber auch eben dadurchdie Entzweiung immer vergrößern. Zwar sucht man die Trennung der Repräsentation PI

in zwei Kammern dadurch zu rechtfertigen, daß durch sie zwei Kräfte, weiche ibrerNa-tucnach entgegengesetzt wirken, inernesolcheWrchselwirkungversctztwürb.n, daßeinemittlere -Richtung oder vielmehr etwas Mittleres zwischen Stillstand und For» z,schritt hervorgebracht würde. Man meint, daß der große Grunooesitz etwas so Be>harrlicheS und Feststeh-mdes an sich trage, caß sich diese Beharrlichkeit auch dem l

Sinne dcS Besitzers mittheile, das bürgerliche Gewerbe hingegen und noch mebr M?.die Beschäftigungen der gelehrten Stände, die an ein ewiges Streben nach neuen lpki>^Entdeckungen und Ansichten gewöhnt sind, dieses Haschen nach dem Neuen auchmit in die Wahlkammern bringen würden. Allein schon im Allgemeinen ist essehr bedenklich, ja man darf gradezu sagen unrichtig, von äußern und zufälligen p»*!,Verhältnissen einen Schluß aus das Moralische zu machen, und dann ist jader das Fortschreiten noch das Stillstehen an sich etwas Gutes, sondern nur dasbesonnene und gemäßigte Fortschreiten, und das Festhalten am Guten und Rech- züil'üt^lln nicht am Alten. Durch das Gcgcneinanderstellen zweier El. aente, welche^Hi»^beide zum Theil um bloßer Vortheile willen, zum Theil aber auS reiner Lust, daseine zum Stillstehen, das andere zur Bewegung wirken, entsteht aber keine min-,lere und richtige Bewegung, auch nicht einmal eine langsamere und deshalb beson-neue Bewegung, sondern in der Regel ein bloßes Abwechseln zwischen Stillstands,,;^«und Fortschreiten, je nachdem die eine Kraft stärker oder schwächer ist, und bannig,Mtzist man immer noch nicht dagegen gesichert, daß nicht die Bewegung eine unvor-^Msichtig rasche werde; denn da sie nicht durch eine Kraft gehemmt war, welche auch,!,!^Mauf Bewegung hinstrebte, sondern lediglich auf Zurückhaltung, so wird sie auch zudurch dieselbe, wenn die Hemmung einmal auf einige Zeit überwunden ist, nichts.,,^ferner geregelt, sondern geht desto rascher vor sich. Dies wird durch die Erfahrung^.bestätigt und diese zeigt nur eine scheinbare Ausnahme, welche aber vielmehr «ineI" ;Bestärkung des aufgestellten Satzes ist. Wenn nämlich ein Staat von großen äu-" "ßern Unglücksfällen betroffen wird, so werden die moralischen Kräfte ciizeS sonsttüchtigen Volkes mehr gehoben als unterdrückt; die Meinungsverschiedenheiten,die divergirendcn Interessen treten gegen die Erhaltung des Ganzen mehr zurück,und es entsteh! eine größere Eintracht und Geneigtheit aller Elassen, dem Wohldes Tanzen Opfer zu bringen. Zn solchen Perioden ist oft mehr Heilsames gesche-hen, als in langen Zeilen des Glücks und der Ruhe. Aber dann ist ja auch dieBedingung eingetreten; der bloße formale Gegensatz des Stillstehens und der Be-wegung ist aufgehoben; beide Elemente sind auf ein Fortschreiten zum Bessern ge-richtet. Man möchte vielleicht sagen, auch das bloße Hemmen sei darum kin Vor-theil, weil ein« Reform vielleicht die öffentliche Meinung ohne hinreichenden Grundfür sich hat, und eS eine nothwendige Probe für sie ist, wenn sie nicht eher angenom-men wird, bis sie nach mehrmaligen Versuchen und in einem länger» Zeitraum wie-derholt, eine große Mehrheit der Wahlkammer für sich gehabt hat, wie die katho-,lische Emancipation, die Parlamentsreform, die Abschaffung des Sklavenhandels.Allerdings liegt darin ein Vortheil und ein sehr großer; denn die Reform wird rei-fer, vollständiger, das Volk wird auf dieselbe vorbereitet, und der bürgerliche Ver-kehr nimmt Maßregeln, um den Schaden zu vermeiden, welchen ek rasches undnicht lange vorher angekündigtes Durchführen Einzelnen dringt. Allein diese«Vortheil könnte auch auf andere Weise erreich! werden, und es liegt schon ganz in

der Hand der Regierung, die Genehmigung wichtiger Veränderungen auszusetzen,bis sich die öffentliche Meinung mehr befestigt und zugleich berichtigt hat. Auchdieser Vortheil macht daher die Absonderung zweier Kaznmern nicht nothwendig.Vielmehr scheint es, daß alle Interessen der verschiedenen Stande eines Volkes,alle verschiedenen Meinungen und Denkweisen, aus welche die Interessen einen s»