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Zipser
Eklektiker war. I, erhielt im Mai 182V die philosophische Doktorwürde als Preisfür die Beantwortung der Frage: „Welches sind die Gründe für und gegen Leib-nih's berühmten Lehre von der vorherbestimmten Haryionie?" Nach vollendetentheologischen Studien ließ er seine Kollegen in das katholische Priesterseminar zie-hen, und entschloß sich, seine wenigen Habseligkeiten in einem Bündelchen aufdem Rücken, in die Schweiz zu ziehen und dort sein Glück zu suchen. Im Herbste1820 ging er in FellenbergS Institut zu Hofwpl, wo er bis Ostern 1823 lateini-sche, griechische und deutsche Sprache, deutsche Literatur, Religion und Einleitung indie Philosophie lehrte. Fellenberg hatte in seinem Empfangzimmer ein Sopha,auf welchem er sich mit Denjenigen unterhielt, die in seinem Institute Lehrstellenzu bekleiden wünschten. Ohne dabei weiter auf schriftliche Zeugnisse Rücksicht znnehmen, sah er blos auf den Kandidaten, mit dem er oll mehre Stunden sprach,und der sich allein durch seine Persönlichkeit geltend machen mußte. Die Candida-ten nannten scherzweise dieses Sopha Fellenberq'S Beichtstuhl. A. legte eine guteBeichte ab, und Fellenberg erinnerte sich mit Freude bei jeder Gelegenheit an sei-nen ausgezeichneten Lehrer. Seit Ostern 1823 lehrte Z. als Privatdocent alleTheile der Philosophie an der Universität zu Freiburg und wurde, ungeachtetbereits eine ordentliche Professor gegründet war, seiner Verdienste wegen vonder Regierung 1828 zum außerordentlichen Professor der Philosophie ernannt.Z.'S Charakter war bieder, offen für jede Wahrheit wie für das Recht, der Lügeund des Unrechts Feind; sein Verstand war klar, tief und scharf, seine Lehr-gabe ausgezeichnet. Er dachte mehr, als er Bücher las. Alle von ihm er-schienenen Schriften tragen da» Gepräge einer verständigen und klaren Auffas-sung des Stoffe«, einer eigenthümlichen Behandlung desselben und eines ent-schiedenen philosophischen Talents. Als Lehrer hatte er bei Weitem die meistenZuhörer. Im Druck erschien von ihm unter Anderm: „Untersuchung über Raumund Zeit" (Freiburg 1824, 4.), eine Schrift, in welcher der Verfasser darzukhunsich bemüht, daß Raum und Zeit nicht blos nach Kant's Ansicht Sinnenan-schauungsformen, also sub>ectiv, sondern auch außerhalb des Subjects, also ob-jectiv seien. Seine Metaphysik wurde 1826 unter dem Titel: „Lehre über Ein-heit, Vielheit und Einzelnheit", zu Freiburg gedruckt. Unter Einheit versteht Z.die metaphysische (Gott) unter Vielheit die Welt, und unter Einzelnheit das Indi-viduum, welches ebenfalls wieder eine Einheit und eine Vielheit hat. Die Haupt-grundsätze seiner Lehre sind spinozistisch und jene Schrift ist wegen der Eigenthüm-lichkeit ihrer Wendungen und wegen Prüfung der Beweise für die Unsterblichkeitder Seele höchst lesenswerth. Seine „Denklehre" (Freiburg 1832) gehört zu denbesten Lehrbüchern der Logik. Als mit der in Baden am 1. März 1832 eingeführ-ten Preßfreiheit mehre neue Zeitschriften erschienen, übernahm 3. die Redactiondes VolkSblatteS „Der echte Schwarzwälder", welches er auch nach der unterge-gangenen Preßfreiheit herausgab. Er lieferte darin mehre ausgezeichnete Auf-sitze in Hcbel'S Manier, allein seine ganze Individualität, sein Phlegma undin der letzten Zeit Kränklichkeit verhinderten ihn, genaue Aufsicht auf sein Blatt zuwenden, und es schlich manches Mittelmäßige und Schlechte ein, das ihn oft in un-angenehme Streitigkeiten verwickelte. Er starb im Ock. 1833. (77)
Zi pser (Christian Andreas), geboren am 25. Nov. 1783 zu Raab in Un-garn, der Sohn eines ausgezeichneten Soldaten, Enkel eines 1777 verstorbenen,durch viele glückliche Heilungen berühmten Arzte», genoß seinen ersten Unterricht inPösing und später in Neusohl, wohin sein Vater, nachdem er den Kriegsdienst ver-sissen, sich zurückzog. Sorgfältig vorbereitet, ging er nach Preßdurg, brachte dortvier Jahre zu und machte außer dem Studium der Theologie auch mit andern Ge-bieten der Wissenschaft sich bekannt. Er nahm 1803 den Ruf zu einem Lehramtan der protestantischen Schule zu Brünn an, wo er mit Andrem vielfache, wohl-