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Zenker
g,,ng mit 10i Dekanen, Superintendenten und Pfarrern und hernach ein zweitermit 70 Geistlichen und Lehrern gehalten werden konnte. Im 1.1611 wurde fürdas Ermeland in BraunSberz eine zweite, und in Karalene für Lithauen eine drittenngerichtet. Z.'s Wunsche, in dem anntüthigen Karalene zu bleiben, stand dieBerusspflicht entgegen. Er war in Begriff nach Stettin abzugehen, als der Hee-reszug Napoleons nach Rufland seine Wirksamkeit für immer beendigte. Da ihmeine „außerordentliche Belohnung" für den Fall verheißen war, daß der Erfolg sei-ner Arbeiten in Lst-Westprenßim und Lithauen den Erwartungen des Königs unddes Ministeriums entsprechen würde; so erfolgte die Übereignung der DomaineMnstcrwalde bei Marienwcrder unter der Bedingung, daß Z. die ihm zu erthei-lenden Aufträge ausrichten solle. In Folge derselben hat er ein Lehrbuch für diepreußischen Soldatcnschulen und als Resultat seiner in den graudenzec Strafan-stalten angestellten Versuche ein Werk herausgegeben, worin sein Verfahren be-schrieben, auch der Gefängnißverein, dergleichen jetzt fast überall ins Leben getre-ten, vorgeschlagen wird. In den letzten Jahren lebte Z. abwechselnd in Kreuznach,Wetzlar, Bonn, als Schriftsteller thätig, sowie für die Erziehung seiner zahlrei-chen Familie wirksam. Ergebnisse seiner literarischen Thätigkeit in neuester Zeitsind: „Die katholische Mutter und der evangelische Sohn" (Bonn 1832, 12.)und „Thomas? oder Johannes und Paulus ? Eine Vorfrage evangelischer Theo-logen, ob sie aus dem Wege des einen oder der beiden Apostel den Herrn fühlen undfinden möchten" (Bonn 1833). Beide Schriften haben eine vorherrschend ireni-che Tendenz. (86)
Zenker (Jonathan Karl), Professor zu Jena, einer der eifrigsten deutschenNaturforscher, geboren am 1. März 1792 zu Sundremda im GroßherzogthumWeimar, ältester Sohn des später nach Legefeld bei Weimar beförderten und 1823in Einsdorf bei Altstedt verstorbenen Pfarrers Karl Z. Die romantische Umge-bung jenes friedlichen, unweit Rudolstadt liegenden Dorfes, die Nähe des thürin-ger Waldes erfüllten seine jugendliche Phantasie, die bald noch durch einen andernUmstand eine besondere Richtung erhalten sollte. Der Vater, ein leidenschaftlicherMusikfreund und selbst fertiger Violinspielcr, suchte frühzeitig dieselbe Neigungdem Knaben einzuflößen. Ec wurde deshalb, kaum sechs Jahr alt, wöchentlichdreimal nach dem eine halbe Stunde entfernten Altremda geschickt, um daselbst vondem kunstreichen und auch der literarischen Welt durch seine Ehoralvorspicle bekann-len Cantor Frischmuth im Clavierspiel unterrichtet zu werden. Der Weg dahinführte über einen kräuterrcichen Berg und durch ein Birkenwäldchen, das sorvoldurch seine erfrischende Kühlung im Sommer zur Ruhe, als auch wegen der man-nichfaltigen duftenden Gewächse zu näherer Betrachtung einlud. Diese Natur-slimme fand im Gemüthe des Knaben Anklang und bald verweilte er sinnend beiDurchmusterung dieser Wesen, bis ihn späterhin so sehr beschäftigen sollten. Einaltes Herbarium mit Tournesört's und Rivin'S Benennungen, das er in der Bi-düothek seines Vaters fand, war für ihn ein unschätzbarer Codex, der ihn zuerstmit der wissenschaftlichen Pflanzenkunde bekannt machte. Von jener Zeit anbürden ihm dergleichen Beschäftigungen die liebsten. Er wurde 1813 in das Gym-nasium zu Weimar aufgenommen, wo er sich eifrig den philologischen Vorkennk-nistm widmete, ohne seinen Lieblingsneigungen abhold zu werden, die durch dieMauere Bekanntschaft mit dem berstocbenen Professor Dennstedt, welcher damalsbü Pflanzen in Bclvedere bei Weimar ordnete und bestimmte, neue Nahrung fand.
, bezog 1818 die Universität Jena, um Theologie zu studiren. Obgleich er sichNscht ohne einiges Widerstreben diesem von seinem Vater empfohlenen StudiumWmete, so erfüllte er doch die kindlichen Pflichten, verband aber mit demselben zu-Mch philosophische Studien. Jenas Pflanzenreiche Umgebung, die dort auf der<üdliothek und in Gärten aufgehäuften Pflanzenschätze und derUmgang mit gleich-