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Zeitungen und Zeitschriften
mal« emporschnellte. „Rheinbaiern" und „Der Westbote" von Siebenpseiffer,„Der Hochwächter" von Lohbauer, „Die deutsche Tribüne" von Wirth, da«kräftige „Bairische Volksblatt" von Eisenmann in Würzburg, „Das hessischeVslkSblatt" von Ernst Emil Hoffmann, „Der Wächter am Rhein", undendlich „Der Freisinnige" von Rotteck und Welcker, eine kurze Spälfrucht desFreiheitSfrühling«, waren die dreistesten der neuen Slimmführer. Neben ih-nen traten im Geiste des sogenannten gemäßigten Liberalismus einige andere her-vor, unter welchen die „Deutsche Nationalzeitung" in Braunschweig die beach-tungswertheste war, und die auch zum Theil den bald eingetretenen Sturm über-lebt haben. Andere aus früherer Zeit herübergekommcnc Zeitungen pflanzten dasPanier der neuen Ära auf. Die Gegner der BewegungSpartei erhoben bald, beson-ders im ersten Jahre der Reaction 1831, auch ihre Stimmen, zum Theil begün-stigt von hochstehenden Männern, und unter ihnen war das von Jarcke (s. d.)herausgegebene „Berliner politische Wochenblatt" durch Geist und feine Dialectikausgezeichnet. Die „Manhcimer Zeitung", die „Frankfurter Oberpostamtszei-tung", daS „äonrnnl <le kremolort", ein Kämpe des nncien rägimc, tauchtenmuthiger wieder auf, als die russischen Kanonen vor Warschau gesiegt hauen.Bald nachher regte sich auch die Thätigkeit des Bundestags. In der Sitzungvom 1V. Nov. 1831 ward buchstäblich nach dem Antrage des östreichischen Gesand-ten ein Beschluß gefaßt, der für das deutsche Zeilungswesen von den wichtigstenFolgen war. „Da sämmtliche Mitglieder des deutschen Bundes", hieß es, „diefeierliche Verpflichtung gegen einander übernommen habe», bei der Aufsicht überdie in ihren Ländern erscheinenden Zeitungen, Zeit - und Flugschriften mitwachsamen Ernst zu verfahren und diese Aufsicht dergestalt handhaben zu lasten,baß dadurch gegenseitigen Klagen und unangenehmen Erörterungen auf jede Weisemöglichst vorgebeugt werde, in neuerer Zeit aber der Misbrauch der periodisch-politischen Presse in einer höchst bedauerlichen Weise zugenommen hat; sobringt die Bundesversammlung diese, bis zur Vereinbarung über ein d-finiriveSPreßgesetz in voller Kraft verbleibende gegenseitige Verpflichtung mit dem Ersuchenin Erinnerung, die geeigneten Mittel und Vorkehrungen zu treffen, damit dieAufsicht über die in ihren Staaten erscheinenden Zeitblälter nach dem, Sinn undZweck der bestehenden BundeSbeschlüste gehandhabt werde." Zugleich wurde dienach dem Preßgesetze vom 2V. Sept. 1819 bestehende Bundestagscommisston er-gänzt, welche in vorkommenden Fällen ihr Gutachten über Schriften geben soll,die unter der Hauptdestimmung jenes Gesetzes begriffen sind, und wenn dieselben„der Würde des Bundes, der Sicherheit einzelner BundeSstaaten, oder der Er-haltung des Friedens und der Ruhe in Deutschland zuwiderlaufen" von der Bun-desversammlung nach dem ihr zustehenden Befugniß unterdrückt werden sollen.Kurze Zeit nachher wurde die Zei-schrift „Da« constitutionnelle Deutschland' ver-boten. Die Ereignisse der Zeit bewogen indeß mehre Regierungen, frühem Bei-spielen folgend, durch Zeitungen die Volksstimmung zu leiten. Zu di'esem Zweckebenutzte z. B. die dänische Regierung „Das Inland" als halbofficiellcs Blatt, wiedie würtembergische die „Stuttgarter Zeitung" und später den „SchwäbischenMerkur". Beide Regierungen hatten auch die Absicht, eine Staatszeitung zugründen, was aber nur in München ausgeführt wurde, wo die neue Anstalt je-doch nach kurzem Leben erlosch, ohne Zweifel weil Ue in ihrem ofsiciellcn Charak-ter zu vo.-dringlich auftrat und dir Bcvormundungsckbstcht zu offen ausiprach.Unter dem Schutze der Regierung entstand später die „Hanöversche Zeitung", vonPertz besorgt, eines der gehaltvollsten Blätter Norddeutschlands, von tüchtigerGesinnung. Nur in einem der Staaten, deren al'e Verfassung die bewegte Zeiterschütterte, im Königreich Sachsen, hatten die Ereignisse wenig Einfluß aus dasZeitungswesen. Zwar entstand hier, neben der allem „Biene", die in den mitt-