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schaff die er bereits gelehrt hatte, auf ein anderes und größeres Publicum berech-nen und hatte seine Vortrage mit andern neuen Vorbildern zu vergleichen. DieAeitumstände veranlaßten ihn, das französische Recht in den Kreis seiner Studienjn ziehen. Er machte die doppelte Erfahrung, daß einerseits für einen akademi-schen Lehrer nichts so Vortheilhaft ist, als der Reiz ganz neuer Verhältnisse, inwelche er sich versetzt sieht, und auf der andern Seite nichts so gefährlich als derReiz literarischer Arbeiten. Jenem Vortheil verdankte er viel und diese Gefahrward er zeitig genug inne. Sein Vorlesungen haben das philosophische Recht sei-nem ganzen Umfange nach, das deutsche StaalSrecht, das katholische und prote-stantische Kirchcnrecht und das Lehnrecht zum Gegenstände. Unter den Schriften,die er während seines Aufenthalts in Heidelberg herausgab, sind besonders auszu-zeichnen: das „Handbuch des französischen Civilrechts" (3. Aufl., 4 Bde., Hei-delberg 1827 fg.); „Vierzig Bücher vom Staate" (S Bde., Stuttgart 1820 -32)und der wenig bekanntgewordene aber schätzbare „Entwurf eines Strafgesetzbuchs"(Heidelberg 1826). Er hat mehre treffliche Beiträge zu der von ihm und Mitter-maier herausgegebenen „Kritischen Zeitschrift für Rechtswissenschaft und Gesetz-gebung des Auslandes" und zu den „Heidelberger Jahrbüchern" geliefert. EineZeitlang ward er aus dem stillen wissenschaftlichen Leben in das öffentliche versetzt,zuerst als Abgeordneter zur ersten und später zur zweiten Kammer des Groß-herzogthmns Baden. Man hat ihm in diesen Verhältnissen eine ropalistische Gesin-nung zugeschrieben, wiewvl seine Grundsätze, wie er sie in seinen Schriften ausge-sprochen, liberal sind, aber er hat allerdings die Meinung nicht verhehlt, daß eineRegierung mächtig sein müsse, damit sie freisinnig handeln könne. Weder einfrüherer Ruf nach Göttingcn, noch ein späterer nach Leipzig konnte ihn bewegen,Heidelberg zu verlassen.
Zahn (Wilhelm), Professor an der Kunstakademie zu Berlin, geboren1800 zu Rodenburg in der hessischen Grafschaft Schaumburg, zeigte schon in sei-nen Knabenjahren Neigung zur Kunst und wurde, nachdem er das Gymnasiumzu Bückcbucg besucht hatte, in seinem 18. Jahre nach Kassel geschickt, wo er inder Akademie gleichzeitig der Architektur und Malerei sich widmete und von demOberbaudirector Juffow und dem Maler Weygandt in Eisenach Privatunterrichterhielt. Er ging 1823 nach Paris, besuchte vorzüglich das Atelier des MalersGros und machte viele Studien. Im Oct. 1824 reiste er durch Südfrankreichnach Italien, und im Frühjahr 182ü nach Neapel. Die antiken Malereien inPompeji und Herculanum zogen ihn so sehr an, daß er während des Sommers inPompeji blieb, um jene Kunstwerke als Studien für die Dekorationsmalerei zubenutzen, zu welcher seine Neigung ihn vorzüglich hinzog. Er war bei alle» Aus-grabungen gegenwärtig, die in jener Zeit gemacht wurden, zeichnete die wichtig-sten Gegenstände gleich nach der Auffindung, und kam so in den Besitz vieler Nach-bildungen antiker Gemälde, die jetzt nicht mehr vorhanden sind. Den Spätsom-mer brachte er in Portici und Neapel zu und ging im Winter wieder nach Rom,von wo er mehre Reisen mit Slackelberg in das Innere des Landes machte. ImDommer 1826 ging er noch einmal nach Neapel, und wohnte meist in Pompeji,bis er im Aug. nach Sicilien reiste. Nachdem er die letzten Monate jenes Jahreswieder in Pompeji zugebracht hatte, kehrte er nach Rom zurück, wo er den An-fang des Winters verlebte. Im folgenden Jahre berief ihn der Kurfürst von Hessennach Kassel und übertrug ihm und den Malern Rohden und Müller die Ausmalungeiniger Schlösser. Nach Vollendung dieser Arbeit reiste Z. über Weimar nach Ber-lin, und in beiden Städten erregten seine italienischen Studien so große Aufmerk-samkeit und Theilnahme, daß er 1828 sein treffliches Werk: „Die schönsten Orna-mente und merkwürdigsten Gemälde aus Pompeji, Herculanum und Stabiä",begann, welches er in Berlin herausgab und 1830 mit dem 10. Hefte vollendete.