Wasserkuren 885
ausgegebene „Zeitschrift für Gesetzgebung und ausländische Rechtswissenschaft".Dar Schrader's Ausgabe des juris" verglich er einige von ihm in
N'lgien gefundene seither unbekannte Handschriften. Seit einiger Zeit ist erwir einer Geschichte Flanderns und der flämischen Gesetze im Mittelalter be-schäftigt.
Wasserkuren. Das Lob des Wassers ist so alt, als die Sprache desMaschen; es vejieht sich dasselbe aber immer aus den diätetischen Gebrauch des-selben. Nichts destdweniger rühmte man auch schon im grauen Alterthum denNutzen des Wassers in vielen Krankheiten. Die ältesten Medicinischen Schriftstel-ler enthalten in dieser Beziehung viele beredte Stellen, die namentlich bei Hippokra-nSdeSNachlesens werth sind, und hier, wie bei andern medicinischen Autoren, einenTammier erwarten. Celsus hat einen solchen bereits gefunden. <S. Ocrtcl's „0!s-rerl-niu llo aqnno lrigielae tisu Oelsimro", München Ü82H, 4.). Von einer me-thodischen Anwendung des Wassers in Krankheiten, wie sie in unsern Tagen exi-stirt, fehlen jedoch sichere Spuren in jener Zeit, sowie denn überhaupt dieser Ge-genstand. rein empirisch behande t, sehr bald wieder in die Vergessenheit kam, au»welcher er erst seil einem Jahrhunderte durch einen I)r. Hahn inTchlesien, jedoch eben-falls nur auf kurze Zeit, gerissen ward. („Unterricht von der wunderbaren Heil-kraft des Wassers von vr. T. S Hahn" Breslau 1788). Nach Hahn'S Vor-gänge, zum Theil aber auch ganz unabhängig von ihm, haben deutsche und eng-lische Aerzte über den Nutzen deS kalten Wassers in vielen Krankheiten geschrieben,als: Flvver, Lombard, Romme, Schmucker, Theben, Smith, Moneka. Mar-eard, Unzer, Zelter, Fröhlich, Reuß, wodurch die heilkräftigen Einwirkungendieses einfachen Mittels zwar mehr erkannt, jedoch durchaus nicht ganz anerkanntwurden. In der neuesten Zeit haben Laien sich des Gebrauch« des Wasser» beiKrankheiten angenommen, und denselben mit wahrhaft geschwätzigem Eiftr geprie-sen, wie Orte l (s. d.j, Gpmnasialprofessor in Anspach '), oder mir einer unglaub-lichen Kühnheit inS Werk gesetzt, wie Prießnitz, (eine schlichter Landmann in Grei-fend,rg wodurch der Nutze» dieses einfache» Mittels als Heilmittel in Krank-
heiten weiter als früher verbreitet ward.
Es gibt vier verschiedene Arten von Wasserkuren. Zuvörderst Wasser»Hader warm und kalt, und das Wasserlrinken, und zwar das Trmken deswarmen und kalten Wassers. Bon den Wasserbadern ist in dem Artikel Bä-der (Bd. 1.), ausfüdrlich gehandelt worden; dagegen eine Abart von Was-serdädern und zwar kalten Wasserbadern hier zu erwähnen ist, welche in derneuem Zeit viel Aussehen erregen, nämlich da« Waschen und Begicßen des entklei-deten Körpers mit kaltem Wasser. DaS Begießen mit kaltem Wasser oder daS so-zenannte Sturzbad wird auf folgende Weise angewendet. Man läßt den mitkaltem Wasser zu Bcgießenden entweder in eine trockene oder mit lauwarmen Was-str gefüllte Badewanne setzen und begießr dann den Kopf und die verschiedenenTheile des Körpers mittels kalten WasserS von einer gewissen Höhe herab; oder eslrud daS Sturzbad so angewendet, daß der zu Begicßcnde es in einem hierzu elnge-uchteten Badeschrank (S, Meisner, „Über Bäder im Allgemeinen und die neuen»pparate dazu" Leipzig I882>, in Form eines Staub- oder Regendadeönimmt,"ü Menge des auf den Körper zu gießenden Wasser», sowie die Widerholung des
.Örret hat alle poputalrcn Blätter benutzt, seinen Ruhm als Wlederbcr-(er nennt sie Hydriaiik. Hydropa hie? ?) zu verbreiten"soffen " Menge von Schriften und Sch.ifrchen zum Lobe des Wassers
''Prießnitz in ttzräfenberg und feine Methode, das kalte Wasser g-gen ver-irrt, Krankheiten des menschlichen Körpers anzuwenden. Für Arzt« und Nicht-
llu von kkr. A. H Krdber, pracllscheirr Arzte irr Breslau", (BreS-