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Vierter Band (1834) S bis Z
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WachSmuth

Pflichten des Ariegers abhielt, deren strenge Erfüllung ihm im Gegentheil das ei-serne Kreuz verschaffte. W. blieb bis 1817 in Paris, um die dortigen Kunstschätzezu studice» und die Ateliers der ausgezeichnetsten französischen Künstler zu besuchen;darauf trat er seine italienische Reise an, wo er in Gemeinschaft mit WilhelmSchadow, Cornelius, Ovcrbeck, BcgaS, die Reform der deutschen Malerkunst be-gann. Mit einem reichen Schatze von Zeichnungen und Gemälden 1819 nachgerlin zurückkehrend, begann er nun seine gefeiertste Thätigkeit. Seine geistreichcvmponirten, correcl gezeichneten und mit der größten Sorgsamkeit und Sicherheitausgeführten Bilder sicherten ihm schnell den Stuf des vorzüglichsten Malers derResidenz. Mehre höchst geistreich aufgefaßte Portraits, z. B. das oft copicte derjungen Velletrinerin, machte seine Art zu portrairiren allgemein beliebt. Seinenamhaftesten größern Bilder sind die neun Musen am Plafond des neuen königli-chen Schauspielhauses, die Altarbilder für die Garnison- und Werdersche Kirche inBerlin und das für die protestantische Peter-Paulskirche in Moskau, dessen Unter-setzbild ein wahrhaftes Meisterstück und das beste Gemälde ist, welches auS seinerWerkstatt hervorging. Wenn auch seitdem die überwiegenden schöpferischen Talenteder düsseldorfer Schule die Aufmerksamkeit fast allein fesselten und die Kritik gegendie ältern Maler strenger machten, so bleiben W.'s Verdienste doch um deshalb un-bestritten, und wenn er auch hinsichtlich der Eomposition nicht mehr in den Vorder-relhen stehen kann, behauptet er doch als Portraitmaler den ersten Rang, und anFeinheit ist sein Pinsel noch nicht übertroffen. Er hat den chemischen Eigenschaf-ten der Farben und Firnisse eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet, und mandarf erwarte», daß seine Bilder verhältnißmäßig weniger durch die Zeit leidenwerden. (9)

Wachsmuth (Ernst Wilhelm Gottlieb), Professor derGefchichte zuLeix-zig, geb. am 28. Der. 1784 zu Hildeshcim, erhielt auf dem dortigen Gymnasiumseine Vorbildung, wobei er außer Eludius und Billerbeck dem jetzt als Prediger zu ,

Bischhausen bei Göttingen angestellten Stephan viel verdankte, hatte aber von seinem14. Jahre an täglich ungefähr ebenso viele Lehrstunden zu gebeiualS zu empfangen.

Er bezog 1803 die Universität Halle, wo F. A. Wolf, Nöffell, Schleiermacher,

Niemeyer seine Lehrer waren, und 1805 ihm ein von der theologischen Facultätausgesetzter Preis für eine Abhandlung über die Dunkelheit der Paulinischen Briefeza Theil wurde. Während der Vorbereitungen zur akademischen Laufbahn be-stimmten ihn äußere Umstände, eine Lehrerstellc an der Klosterschule zu Magdeburganzunehmen. Er verlebte darauf neun Jahre theils in Magdeburg, theils in Zcrbst,

«he er zum Antritt der akademischen Laufbahn nach Halle zurückkehren konnte, undseine wissenschaftlichen Bestrebungen nahmen, der Theologie allmälig sich entfrem-dend, indessen eine andere Richtung und wurden meist dem Stud um neuererSprachen aus classischen GeschichtSwerken zugewendet, wobei der damals leicht zuerlangende Verkehr mit Ausländern vielfach- Begünstigung gewährte. Er erhielt1815 eine Lehrerstelle an der Hauptschulc der vereinigten Gymnasien zu Halle undlvurde zugleich Lector der italienischen Sprache an der Universität. Seine Thätig-keit war eine Zeit lang auf Sprachstudien gerichtet und bekundete sich unter anderndurch seineGrammatik der englischen Sprache" (Halle 1816) und die mit Gün-ter herausgegebeneHumanistische Zeitschrift" (3 Bde., Halle 181618).

Seine eigentliche Studien- und Lehrbahn begann er erst 1818, indcln er historischeForschungen mit den Sprachstudien gleichmäßig verband und historische Vorlesun-M über Weltgeschichte, römische Geschichte und Geschichte der neuesten Zeit hielt,s-r erforschte, um für die Geschichte RomS eine feste Grundlage zu gewinnen, dieQuellen mit dem Blicke auf Niebuhr'S Werk, und auS diesen Studien ging seine»Ältere Geschichte des römischen ReichS" (Halle 1819) hervor. Zum Professorder altrn Literatur an der Universität zu Kiel berufen, verließ er Halle, nachdem er