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Vierter Band (1834) S bis Z
Entstehung
Seite
818
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818 Villaflor

3V. Jan. 1834 bemächtigte, wollte General Saldanha gegen Coimbra vordrin-gen. Es gelang ihm aber blos, die Stadt Lelrla am 15. Jan. zu nehmen, auch er-focht er am 31. Jan. einige Vortheile über den Feind bei PerneS. Noch warenaber mehre Seeplätze, namentlich Figueira, in Don Miguel's Besitz.

Die Schuld, daß Donna Maria's Regierung so langsam sich befestigte, truggrößtentheils Don Pedro selbst. Er beleidigte durch voreilige Schritte und willkür-liche Maßregeln seine Freunde; seine Feinde aber reizte er vielmehr auf, als daß ersie mit sich und der neuen Ordnung versöhnt hätte. Ein Pair des Reichs, GrafTaipa, machte ihm darüber in einem freilich sehr unerbietig abgefaßten Schreibenlebhafte Vorstellungen. Don Pedro erließ darauf sofort gegen ihn einen VerhaflS-befehl, weshalb sich der Graf an Bord eines englischen Kriegsschiffes flüchtete.Jener Gewaltschritk veranlaßte den Herzog von Terceira und acht andere Pairs, ge-gen diese Verletzung der den Pairs durch die Verfassung zugesicherten Rechte am7. Der. 1833 förmlich zu prorestiren; Don Pedro gab nach und Graf Taipa kehrteungehindert in seine Wohnung zurück; dem Herzog von Terceira aber wurde dieAntwort ertheilt, daß der Protest der nächsten Versammlung der Cortes zur Prü-fung, ob nämlich eine Verletzung der Eonstitution stattgefunden habe, vorgelegtwerden sollte. Hierauf stellte der Herzog von Terceira nochmals den Wunsch derPairs vor, Se. kaiserliche Majestät möchte erklären, welche Artikel der ronstitution-ncllen Charte die Regierung der Königin als in Kraft seiend, und welche sie, ihrer Mei-nung nach, als suspendirt betrachte. So blieb der Streitpunkt einstweilen unent-schieden. Außerdem war noch Zwiespalt zwischen dem Kriegsminister Don AugusiinoJose Fceire und dem Grafen von Saldanha, sowie auch zwischen dem AdmiralNapier und dem Seeminister. Endlich wurde der Gang der Operationen selbstauch durch die Reibungen aufgehalten, welche zwischen den beiden Feldherren ent-standen, indem Saldanha nicht unter V.'s Oberbefehl stehen und den vom Kriegs-minister erhaltenen Befehl, auf Coimbra zu marschiren, nicht vollziehen wollte.Run sollte V. Saldanha's Hcerbefehl mit übernehmen; allein er sah ein, daß die-ser Feldherr nicht ersetzt werden könne und legte daher am 4. Fcbr. sein eignes Com-mando nieder. Es gelang ihm, auch den Kaiser zu bewegen, daß Saldanha denOberbefehl erhielt und das Commando des linken Flügels beibehielt, um Don Mi-guel's Vereinigung mit dem General Almer, der vom Duero nach Coimbra gezo-gen war, zu verhindern. An V.'s Stelle erhielt jetzt der zum Baron Villanova deGaya erhobene General Sir Thomas Stubbs das Commando des Centrums vorSantarem. Man glaubte nämlich, daß Stubbs, als ein kluger Taktiker, vorSantarem mehr ausrichten werde, als der feurig muthige V. Dieser sollte dage-gen den rechten Flügel befehligen. Zugleich wurde Admiral Napier beauftragt, eineExpedition mit Landungstruppen zur Eroberung der miguelistischcn Seeplätze aus-zurüsten. Unterdessen war es dem miguelistischen General LemoS, welcher bisherAlemtejo besetzt gehalten, gelungen, sich mit dem Corps des Generals PovoaS')in Santarem zu vereinigen; auch war der Oberst Rebocho aus den Umgebungenvon Porto herbeigekommen. Lemos unternahm nun einen Hauptangriff auf dasHeer Don Pedro's am 18. Febr. und erkämpfte wichtige Vortheile; doch gelanges nach einem hartnäckigen Kampfe dem General Saldanha, den Feind mit Ver-lust zurückzuwerfen und die Stellung vor Santarem bei Cartaxo zu behaupten; i"°deß war dieser blutige, von ihm bei Almoster erfochtene Sieg nichts weniger alsentscheidend; denn dem Jnfanten blieb die Verbindung mit Coimbra und Figucuanoch immer offen. Als dies vorfiel, befand sich V in Lissabon. So lähmte duUnzufriedenheit der Befehlshaber, der Offiziere und des Heeres mit Don Pedro s

') Povoas erhielt Ende Febr. seine Entlassung, weil er der Freimaurerei ver-dächtig war, und General Lemos trat an seine stelle als OberferoyerrMiguel's

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