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Vierter Band (1834) S bis Z
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Türkei seit dem Frieden zu Adrianopel

eroberte. Durch die Schlacht bei Homs (7. Jul. oder 9. des Monat« Safer 1248),welche Mohammed Pascha, Statthalter von Aleppo, verlor, ward das SchicksalSyriens entschieden. Hama und Äleppo wurden besetzt, ehe Hussein Pascha, des-sen Heer, durch Mangel an Lebensmitteln und Munition ausgehalten, nur lang-sam vorrückte, von Antiochien und Alexandrette herancilen konnte. Unfälle solg-«n auf Unfälle, und noch im Aug. besetzte Ibrahim Pascha die Städte Antiochienund Alexandrette. Hussein verlor so viele Leute durch Desertion und durch dieCholera, daß er sich, nachdem er am 29. Zul. das Treffen bei Bylan verlorenhalte, bis nach Konjeh zurückziehen mußte, worauf auch Adama von IbrahimPascha besetzt wurde. Hier an der Grenze des türkischen Reichs erblickte der echteMuselmann in dem bisher glücklichen Heerführer den Rächer für erlittene Schmach,den Retter von dem Untergänge, der das oSmanische Reich durch die Irreligiositätseine« Padsschah bedrohte. Der Fall Konstantjnvpels und Mahmud'S wurde imOrient als ein Sieg des Islams betrachtet.

Jene Niederlagen schienen die Unfähigkeit des bisherigen Oberbefehlshabersaußer Zweifel zu setzen; die Pforte beschloß daher seine Absetzung und ernannte anHussein'« Stelle den bisher in allen seinen Unternehmungen glücklichen GroßwessirReschid Mehemed Pascha. Bi« zu dessen Ankunft im Hauptquartier führte! Reuff Pascha, der neu ernannte Pascha von Anatolien, den Oberbefehl. DieRüstungen wurden mit dem thätigsten Eifer fortgesetzt. Inzwischen versuchte diePforte auch den Weg der Unterhandlung mir Mohammed Ali; jedoch ohne Erfolg.Der Vicekönig bestand nämlich auf der Abtretung der Provinzen Ägypten, Syrien,Eypern und Kreta, mit völliger Unabhängigkeit. Nach zweimonatlicher Waffen-ruhe drang Ibrahim durch die cilicischen Engpässe, überstieg den Taurus, schlugdie Vorhut des türkischen Heeres und lagerte bereits am 1. Nov. in der Nähe vonKonjeh, welches auf der Halste des Weges von der syrischen Grenze nach Konstan-tinopel liegt.

i Die hohe Pforte hatte in ihrer Bedrängnis den Beistand und die Vermitte-

lung Englands nachgesucht. Ihr Geschäftsträger am östreichischen Hofe *), Jo-I hann von Maurojenl, wurde deshalb im Nov. 1832 nach London gesandt, und^ bald nachher auch Namik Bei, welcher der englischen Regierung, als Preis ihrerVermittelung, die Insel Eypern oder Candia pfandweise anbieten sollte; alleinLord Grey schlug die Bitte um Hülfe ab. Es befand sich damals nicht einmal einenglischer Gesandter in Konstanrinopel, denn nach Sir Robert Gordon's Abreisevon Konstantinopel sim Aug. 1831) versah daselbst die Geschäfte vorläufig der briti-sche Gesandtschaftssecretair Mandeville. Später wurde zwar Sir Stratford-Canning (s.d.) z-uGordon's Nachfolger bestimmt; allein dieser war derPforte nichtsehr willkommen, denn er hatte die für die Pforte so verhängmßvolle Abreise der Bot-schafter (im Dec. 1827, s. Ribeaupierre) herbeigeführt, sodaß, während derWellington Peelschen Verwaltung, 1828 und in der ersten Hälfte des Jahres1829 kein britischer Gesandter in Aonstantinoprl anwesend war. Canning kamim Jan. 1832 in Konstantinopel an, und hakte seine Audienz beim Sultan am17. März, wurde aber, nachdem er seine Specialmission, für Griechenland einebessere Grenze zu erlangen, glücklich vollzogen hatte, wieder abgerufen; er verließKonstantinopel Ende Äug. 1832. Darauf ward an seine Stelle Lord Ponsonby(im Nov. 1832) ernannt, der aber mehre Monate in Neapel verweilte und inKonstantinopel erst, nachdem die Krisis schon vorüber war, am 1. Mai 1333 cin-

Die Pforte hatte nach dem Ausbruche der griechischen Jnsurrection ihre z»Wien, Paris und London angestellten Geschäftsträger abgerufen nnd diese Po-sten bis zum Jahr 183L unbesetzt gelassen- Johann von Maurojenl, der bis zumJahr 1821 Geschäftsträger in Wien gewesen war, wurde Ende Der. l83i zu dem-leiben Posten wieder ernannt.