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Vierter Band (1834) S bis Z
Entstehung
Seite
638
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638 Topographische Bureaux

mochte es sein, daß T. 1808 in Dresden mit dem kunstreichen Baron Otto vonStackelberg zusammen traf und mit ihm zu Fuß die Pilgerschaft zur Mutterstadtder neuen Kunst, nach Nom unternahm. Später entschloß sich T. dem eigentli-chen Universitätsleben sich zu widmen; er habilitirte sich 1811 zu Göttingen, durchzwei nicht in den Buchhandel gekommene Dissertationen und hielt Vorlesungennach seinem Grundriß:Über Mythologie, als Religionsgeschichte des classischenAlterthums, besonders der Griechen" (Göttingen 1812); zu beklagen ist, daß «rnur den Plan dieser Vortrage dem Drucke übergeben hat. Mehre einzelne Abhand-lungen z. B. über Galerie, über die Mischung griechischer und asiatischer Cultur inden Küstenländern des südlichen Kleinasiens (Berliner Kunstblatt", 1828), habenam besten gezeigt, was man sich von dem Ganzen versprechen durfte. Indessenwurde T. schon 1816 nach Berlin als außerordentlicher Professor an der Universitätberufen, wo er bald als wirklicher Professor, als Sccretair bei der Akademie derKünste, dann bei dem Museum als Direclor der antiken Münzsammlung undder geschnittenen Steine, in vielfacher seiner Neigung entsprechenden Thätigkeitsteht. Die meisten seiner seitdem erschienenen Schriften geben Aufschlüsse überalre Kunstdenkmäler oder Beiträge zur ästhetischen Beurtheilung derselben. Wirnennen davon dir Schrift:Über das Basrelief und den Unterschied der plastischenund malerischen Composttion" (Berlin 1815), mit welcher er seine Lehrerstelle inBerlin gleichsam inaugurirte. Seine AbhandlungÜber das Verhältniß der an-tiken und modernen Malerei zur Poesie" (Berlin 1822), dient jene zu vervoll-ständigen. Seine Beiträge zu Minutsli'sReise zum Tempel deS Jupiter Am-mcn" (Berlin 1824), sowie dieRede bei der GedächtnißfeierRafaclS" (Berlin1820), sind wie mehre Aufsätze in Böttigcr'SAmalthea", in derPreußischenStaatszeitung", in dem von ihm selbst 1828 29 herausgegebenenBerlinerKunstblatts" strenger kunstgeschichtlich archäologisch, aber wie all seine Schrif-ten durch Gelehrsamkeit, umsichtige Kritik, Klarheit und Eleganz der Darstellungjedem Freunde der Kunst und Wissenschaft empfohlen. (14)

Topographische Bureaux sind Anstalten, welche Alles sammelnund aufbewahren, was auf die Kenntniß der Oberflächen des Bodens, ja oft selbstauf andere Eigenthümlichkeiten Und Erzeugnisse der Länder Bezug hat. Im wet-tern Sinne gehören sie der Erdbeschreibung an, im engern der Flächen- und Orts-barstcllung (Topographie), daher denn auch die Benennungen: Plankammer,Militairplankammer, Cameralvermcffungsanstalt und dergleichen die Stelle einestopographischen Bureau, welches ursprünglich auf französischem Boden aus demckepüt göllörsl äs In gnerre entstand, vertreten. Diese Anstalten sind vorzüg-lich feit Napoleons Zeit militairischen Ursprungs, weil die Berechnungen der Stra-tegie auf ihren Nachweisungen beruhen; weshalb auch in der Regel ein topogra-phisches Bureau eine Unterabtheilung der Geschäfte des Generalstabs ist. ES be-zweckt nicht allein das Studium der Karten, der Plane und Risse, sondern auchdie Fertigung derselben; daher denn nach den größern oder geringern Kräften einesStaats und nach Maßgabe feiner Bedürfnisse dasselbe theils zum Unterrichte, theilszur Entwerfung neuer oder zur Berichtigung alter Aufnahmen dient und unter derbesondern Aufsicht eines Directörs (liirecteur ciu bnreau topograpliigne), Plan-kammerdircctor u. s. w. steht, der für den Unterricht der Zöglinge sowie für die Be-schäftigung der Künstler zu sorgen hat, welchen das Zeichnen, Copiren, Kupfec-stechen, Lithographiren u. f. w. der Karten übertragen wird. Eine Anzahl Inge-nieurs, Offiziere des Generalstabs oder andere Individuen, finden hier Beschäfti-gung. Jemehr solche Individuen selbst gründliche Kenntnisse von der Oberflacheder Erde, von der Aufnahme und Vermessung derselben erlangt haben, desto wahr-heitgekreuer wird auch das Bild sein, welches sie, obwol jederzeit an die Original-aufnahme gebunden, von dem Boden wiedergeben. Die richtige Beurtheilung