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Synodalwesen Szemioth 595
üb» Newton's Naturphilosophie auszuarbeiten. Er gab einige Proben dieser Ar-beit theils in den Verhandlungen der schwedischen Akademie der Wissenschaften für1797, theils im 5, Bande der Schriften der Akademie der Wissenschaften zuUpfala. Er bemerkte indeß bald, daß er, um mir den Entdeckungen der neuernZeit fortschreiten zu können, sich auch mit der analytischen Methode vertraut ma-chen müsse, worin besonders Euler und Lagrange so viel Licht verbreitet hatten.Mit reifer Bildung kam er 1796 nach Stockholm, um das Amt eines Vicesecre-tairs der Akademie der Wissenschaften, anzutreten. Er wurde 1798 zum Mitgliededieser Akademie und der Gesellschaft der Wissenschaften zu Upsala ernannt. Inden Jahren 1801 — 3 bereiste er mit Öferbom Lappland, um einen Bogen desMeridians zu messen. Sein Bericht über diese Unternehmung und die damit ver-bundene Auflösung des Problems von der Gestalt der Erde wurde 1806 von demfranzösischen,Institut mit einem Preise belohnt. Er wurde 1811 Professor derMathematik zu Upsala. Gemeinschaftlich mit dem Professor Eronstrand stellte erBeobachtungen über Pendelschwingungen an, deren Ergebnisse in einer besondernSchrift bekannt gemacht wurden. Als der Kronprinz Oscar 1818—19 in Up-sala war, hielt S. ihm Vorlesungen über die mathematischen Wissenschaften.Der König, dem S/s Name schon in Frankreich bekannt gewesen war, gab ihmmehre Beweise seiner Huld und verlieh ihm eine reiche Pfründe, wodurch er inden geistlichen Stand versetzt wurde. Bald nachher erhielt er auch die theologischeDociorwürde. Die Akademie zu Amsterdam wählte ihn 1809, da« französische Insti-tut 1816, die naturforschende Gesellschaft zu Philadelphia 1823 zum Mitgliede.Er ist seit 1829 Secrelair der Gesellschaft der Wissenschaften zu Upsala. Außerden bereits erwähnten wissenschaftlichen Leistungen, bat er noch mehre werthvolleArbeiten geliefert, die in den Verhandlungen der Akademie der Wissenschaften zuStockholm z. B. „über analytische Serien" (1801); „Die Grundsormeln derPhoronvmie, analytisch dargestellt" (1813); „Theorie der Planeten und Kome-ten" (1829) und in den Schriften der Gesellschaft zu Upsala, z. B. „vieguisi-tiones nnni^tioae in tireorium resractiouurn artronomicarurn" (Bd. 9) ; „dlon-veile» cou-ielörutivo- sur in resoiutivll ckes egn-rtieinz slgebiaiezuo»" (Bd. 10),abgedruckt sind. (6)
Synodalwesen, s. zu Ende des Bandes.
Szemioth (Franz), aus einer der ältesten Familien des Landes stam-mend, ward 1803 zu Dyktoryszki in Samogitien geboren, und erhielt seine wis-senschaftliche Bildung in der Schule zu Rossienie und auf der Universität zu Wilna.Seine Neigung zum Kriegsdienste bewog ihn, sich um die Aufnahme in die pol-nische Nationalarmee zu bewerben, da aber der Großfürst Konstantin abgeneigtwar, die Polen aus den mit dem russischen Reiche vereinigten Provinzen aufzuneh-men, so mußte S. seinen Wunsch aufgeben und nahm 1826 eine Anstellung imCabinet des Staatssecretairs Grabowski in Petersburg an. Er war eben auf Ur-laub in Samogitien als die Revolution in Polen ausbrach, und wollte auf die ersteNachricht von diesem Ereignisse nach Warschau eilen; der Gedanke aber, daß er inseiner Heimat, wo er durch Vermögen und Familienverbindungen Einfluß halte,die gemeinsame Sache thätig fördern könne, bewog ihn, dort zu bleiben, um mitden Lenkern der Verschwörung in Samogitien Verabredungen zu treffen. Nochwar man uneinig über die Zeit des Ausbruches, als die Jugend in Samogitien,ohne die Befehle der geheimen Gesellschaft abzuwarten, im März 1831 die Fahnedes Aufstande« erhob. S. gesellte sich am folgenden Tage zu ihnen, und griff mitKonstantin Herubowicz am 27. März die Stadt Szawle an, deren Besatzung zuKriegsgefangenen gemacht wurde. Der Aufstand verbreitete sich zwar, aber un-glücklich für den Erfolg war der Plan des leitenden Ausschusses, daß sich die ein-zelnen Abtheilungen zu einem allgemeinen Angriff auf Wilna sammeln sollten,
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