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Vierter Band (1834) S bis Z
Entstehung
Seite
36
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'Sachsen seit dem Jahre 182?

munq, war keine andere that, der verfassungsmäßigen Rechte der Stände gedacht,die nach ihrer Überzeugung durch die Beschlüsse nicht verletzt wurden, so kvnnienoch mehr die Zusicherung der Regierung beruhigen, al« sie in der Bekannima-chung der Beschlüsse am 24. Jul., auf das ständische Bewilligungsrecht hindeu-tend, bestimmt aussprach, daß durch die Bundcsdeschlüsse den gesammten verfas-sungsmäßigen Rechten der Stände nirgend Eintrag geschehen könne und tolle..Auch war es verständig berechnet und woblthätig auf die Volk-stimmung wirkend,daß die Regierung schon früher, am 13. Jul., eine gottcsdiensiliche Feier des Jah-restags der Übergabe der Verfaffungsurkunde angeordner und andere Festlichkeit!»freien Bsliebcn der Gemeinden überlassen halte, wobei nur die besondere Bezie-hung des Feste« auf Sachsen zu beachten empfohlen wurde.Die Freunde desVaterlandes", hieß es,werden aus dieser Anordnung mit gerechter Freude ent-nehmen, welche» hohen Werth unsere Fürsten auf den Eintritt der neuen Verfas-sung. mir dem eine neue Ära in dem innern Slaaisieben des Königreichs Sachsenbeginnt, legen, und darin ein« neue Bestätigung ihres ernsten Willens, die wei-tere Ausbildung dieser Grundlage zu angemessenen Institutionen in unserm öffent-lichen Leben zum Glück« des ihnen anvertrauten Volkes möglichst zu fördern, er-blicken." Das Gedächtnißfest ward am 4. Srpl. in den meisten Städten und selbstin einigen Dörfern auch durch außerkirchliche Feierlichkeiten ausgezeichnet; vor-züglich aber waren die Behörden in der Hauptstadt bedacht, es glänzend zu bege-hen, und eine höhere Bedeutung gab ihm der Einzug der Wortführer der Landge-meinden des Amtsbezirks Dresden, die den Dank des Bauernstandes den Fürstendarbrachten.

Die Wahlwehen waren endlich vorüber, und durch eine Bekanntmachungvom 22. Der. wurden die Stände auf den 22. Jan. 1833 berufen. Die Regie-rung halle den Landesältesten der Oberlausttz, von Gersdorf, zum Präsidenten derersten Kammer ernannt, und als am 24. die zweite Kammer ihre Wahlen getrof-fen hatte, ward auS den vorgeschlagenen Mitgliedern der Abgeordnete des Bauern-standes, General von Lepßer, zu ihrem Präsidenten erkoren. Die Feierlichkeitender Eröffnung des Landtags am 27. Jan. glichen in manchen Zügen der allenSitte, außer daß der König, was früher nicht geschah, vom Throne herab einigebewillkommende Worte an die Stände richtete, worauf die Rede des Slaalsmi-uisterS von isindenau «s als die Aufgabe des Landtags bezeichnete, den Geist undSinn der Verfassung auf das gestunmte Staalsleben überzutragen, das neue Ge-bäude so fest, ruhig und vernunftgemäß zu begründen, daß jede künftige Skände-versammlung nur darauf fortzudauen habe. Der Präsident der ersten Kammerhielt darauf eine kurze Anrede an die Fürsten. So war es in der Landlagsordnungbestimmt word,n, welche die Regierung den Ständen zwar zur Berathung vorge-legt hatte, die aber auf dem ersten Landtage als Vorschrift dienen sollte. Es scheintbei der Einführung dieser Form die Absicht gewesen zu sein, Verhandlungen übereine ständische Dankadresse auf die Thronrede zu vermeiden; es wurde jedoch inder ersten Kammer von einem der freisinnigsten Mitglieder, Dr. Großmann inLeipzig, der Antrag gemacht, eine Adresse nach dem Beispiel anderer constitution-ncllen Staaten zu berathen; bei den schwachen Gründen aber, welche den erfolg-losen Wunsch bestritren, beachtete man die Ansicht nicht, daß die Dankadresse nichteine leere Höflichkeilsform sein, sondern als Ankündigung der Gesinnungen undGrundsätze der Stände auf das Volk wirken soll. Wir können hier den Gang derständischen Verhandlungen*) auch nicht in einer Übersicht darstellen, da bis zuw

') DieLandtag-acten" werden in drei Ablhii'ungen grdruckt, wrlche die Mit-theilungen der Regierung an die Stände und die Eingaben der Stände an den.trönig und die Protokoitt der ersten und zweiten Kammer enthalten. Beilagen zurLeipziger Zeitung" und das in Dresden erscheinendeLandtagsblatt" gest» sori-lausendc Uebersichten d.r Virhaadlungcn der Kammern.

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