308
ist der grosse Unterschied zwischen der alten und dererst späterhin aufkommemlen Opferidee, dass jene dasOpfer auf die äusseren Elemente, diese hingegen aufChristum selber bezog.
Allgemein herrschend finden wir dagegen schonin der frühesten Zeit die Vorstellung von einer über-natürlichen Durchdringung des Brorics und Wei-nes mit dem Leihe und Blute Christi, in Folge derendie das Abendmahl Feiernden von der göttlichen Le-benskraft des Erlösers in dem Maasse erfüllt würden,dass auch ihr Leib schon hier der Kraft zum unver-gänglichen Leben tlieilhaftig und zur Auferstehungfähig gemacht werde. Schon Ignatius (ad Ephes.20.) sagt daher vom Abeiulmahlsbrode, es sei (faouci-y.ov adavaaiag, (Arzneimittel der Unsterblich-keit,) avridoTOV tov fn) anod'avHV, ati.it grjv iv ’Lj-oov Xqiotco Stet nccvTog' ein Gegengift, um nichtzu sterben, sondern in Jesu Christo allezeitzu leben. Dieselbe Ansicht gehen Justin und Irc-näus. Der Letztere lässt insbesondere den Logos,so wie sich derselbe einst mit dem Körper Christivereinigt habe, auch mit dem Brod und Wein imAbendmahl nach der Anrufung Gottes in Verbindung
sti feiern, (txvüfivrjacv noiovjitvoi tov -frctrüiov avrov). Wir brin-gen stets dasselbe Opfer dar oder "vielmehr: W r ir feiern das An-
denken jenes Einen Opfers, (ftü)J.ov Tip’ ui'iiftrijoir igya£6-fU&a xhHsLug). Und gleicherweise Augustin, welcher conlr. Faust.XX,18. und 21. von den Christen sagt, dass sie durch die Darbringung undden Genuss im Abendmahl das Andenken des einmal darge-brach t e n O p f e r s (peracti ejusdem sacrificii memoriam)feiern, und eben nur aus dem Grunde c. 21. das Abendmahl einOpfer nennt, weil es das Sacrainent der G e d ii c h t n i s s f e i e r desOpfers Christi sei: (sacrificium Christi per sacra-
meutum meinoriae celebratur). Vgl. de civ. X, 6- 6.