mit seinen Jüngern gehaltene Abendmahl, dem er amSchluss eine höhere Bedeutung heilegte und dessenW iedcrholnng er denselben zur Pflicht machte, warein wirkliches Gemeinschaftsmahl der durch innigeLiehe eng 'verbundenen Freunde, ein feierliches Ab-schiedsmahl in einem Familienkreise, aus welchem einthcurcs Haupt ausscheiden sollte, gewesen. Was konntenatürlicher sein, als dass auch die Wiederholungenjener Mahlzeit zum Gedächtniss des Abgeschiedenenunter seinen Freunden gleichermaassen die Gestalt so-genannter Liebesmahle (Agapen) im apostolischen Zeit-alter annahmen? Unverkennbare Spuren solcher Ge-meinschaftsmahlzeiten der Christen, mit denen dieAbendmahlsfeier verbunden, ja im Wesentlichen Einswar, finden wir schon im neuen Testament selbst.Vgl. Apg. II, 42 ff. 1 Kor. X, 16 ff. XI, 17 ff. undallenfalls auch (nach der einen Lesart) Jud. 12. DieGemeinschaft der Güter stand damit in genauer Ver-bindung. Beides war ein Ausdruck der Bruderliebeund des christlichen Gemeingeistes.
Aber lange konnte sich doch dieser, wenn nochso löbliche, Brauch nicht erhalten. Bei weiterer Aus-breitung der christlichen Gemeinen und der immer hö-her anwachsenden Zahl ihrer Mitglieder trat sehr balddie Unmöglichkeit, Brudersinn und gegenseitige Theil-nahme auf solche Art an den Tag zu legen, hervor.Nimmt man aber zumal die grossen Unordnungen da-zu, welche sich nach Tertullian adv. Psych. c. 17.bei den Agapen frühzeitig müssen eingeschliclicn ha-ben; desgleichen die mancherlei Hemmungen und Ver-bote, wodurch von Seiten der weltlichen Obrigkeitjenen enggeschlosseijen und Besorgnisse weckenden