Gegenwart <les Herrn sicli die Gläubigen nach seinemWeggang Ton der Erde allein noch zu gefrösten ha-ben sohlen? Gewiss hat bei diesen Stellen noch Nie-nymd die Frage aufgeworfen, wie doch diese Gegen-wart, dieses Kommen und Einkchrcn Christi zu den-ken, oh es leiblicher- oder geistigcrwcisc zu nehmensey, weil das Letztere sich eben von seihst versteht.Wie käme es, dass im Abendmahl diese Gegenwartdes Herrn nicht anders als durch sein Fleisch undBlut vermittelt und ermöglicht werden könnte?
Sonach verträgt sich die im Bisherigen entwickelteAnsicht vom Abendmahl des Herrn nicht bloss mit demGrundtext sämtlicher vier neutestamentischen Bericht-erstatter im Einzelnen, wie im Ganzen vollkommen; son-sie erscheint als die einzige und alleinige, welche un-gesucht und natürlich von selbst daraus hervorgeld.Und das sollte ihr wohl am meisten zu gute kommen,vor allem Andern ihr zur Empfehlung gereichen. Sieverstösst aber auch nicht gegen den gesunden Men-schensinn, gegen zusammenhängend-vernünftiges Nach-denken, und ist gleichwohl weit entfernt, das Sacra-ment. seines eigentlichen religiösen Moments entklei-den und auslecren zu wollen. Sie strebt dahin, derchristlichen Freiheit überall ihr wohlbcgriindefes Beeiltunverletzlich, ihr Gebiet sicher zu erhalten, weil allefortschreitende Entwickelung in der Christenheit da-durch bedingt, dadurch allein möglich ist: so wie sieselbst, einzig aus dem unbeschränkten Gebrauch derevangelischen Freiheit in der Behandlung und Ausle-gung der christlichen Urkunden erwachsen, mit getro-ster Zuversicht hervortritt. Im neunzehnten Jahrhun-dert des geistesfreien Christenthums, im vierten des