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„Gott will nicht durch das Evangelium die Na-tur ausreissen, sondern liisset hleihen, Avas natür-lich ist, richtet es aber auf die rechte Hahn.“ Pre-digten über das 1. Buch Mose.
„Daher ist der Teufel — feind — allen, die stu-diren, oder Avie ers nennt, Schreiber Averden. ■— —Ist auch kein Wunder; denn avo er eitel Laien be-halten möchte, dass Niemand studirtc, so Aveisser, Avie bald beide, Pfarrer und Bücher, zu Grun-de gehen würden. Darum ist er allen Gelehrtenfeind; auch die ihm nicht schaden, sondern miicli-tiglich dienen. Er mag auch A'ielleicbt allen Federnund Gänsen feind seyn, um der Schreibfedern Avillen.“Vermahnung an die Pfarrherren Arider den Wucherzu predigen.
So betrachtet die heilige Schrift das menschlicheDenkvermögen und die vernünftige Erkennt-niss; so urtkeilte der grosse deutsche Reformatordarüber:*) und heutiges Tages hören wir in der evan-gelischen Kirche die Vernunft heruntersetzen,und ihren Gebrauch als etAvas Gottloses verschreien 1
Auf der andern Seite können wir eben so wenig
*) Wahr ist es freilich, dass er auch oft den beschrankten Ver-stand des Einzelnen, der sich aumassend und iibermulhig seiner Grän-zen überhebt, mit dem Vcnnügeu der Ideen verwechselt uud unterder Benennung Vernunft mit harten "Worten darüber sich ausgelassenhat. Insbesondre wollte uud konnte er nicht zulassen, dass jenemVerst an desraisonn einen t über vollkommen klare Schriftwahr beiten,die ihm für absolut gewiss galten, noch ein Urtheil gestattet werde.Aber davon war er stets weit entfernt, ein sogenanntes Gefangenneb-meu des gesunden denkenden Geistes unter den Gehorsam des Glau-bens, d. h. unverstandener Formelu und eines todten Buchstaben, vonder durch ihn selbst dev Knechtschaft enlrisseneu, geistesfreien evan-gelischen Christenheit zu begehren.