Druckschrift 
Ueber den Ursprung der Feuerkugeln und des Nordlichts
Entstehung
Seite
81
Einzelbild herunterladen
 

81

gen S. und SW. Molina bemerkt 1 ), dafs sie bis-weilen von aufserordentlicher Gröfse in Chili wahrge-nommen werden.

II. Der höchste Punkt des Bogens liegt, wenig-stens in nicht sehr hohen Breiten, stets im magnetischenMeridian, also in der Vertikalebene, welche durch denmagnetischen Pol geht. In den Staaten von Nordame-rika, wo die westliche Deklination der Magnetnadelnur 2 0 beträgt, sieht man denselben hellen Bogen, je-doch liegt sein höchster Punkt genau im Norden. Nachden Beobachtungen von Scoresby erstreckt sich ander Ostküste von Grönland in 65 0 n. Br. der Bogendes Nordlichtes von N. gegen S., so dafs der höchstePunkt desselben sich entweder in O. oder in W. be-findet, je nachdem der Bogen auf der einen oder deranderen Seite des Zenithes liegt. So beobachtete esFischer 2 ) auf Capitain Parrys Nordpolexpeditionam 5ten Januar 1820 v. N. nach S., etwas gegen O.,also nahe in der Bichtung des Meridians. Dieses be-stätigen auch die Beobachtungen des Missionairs An-dreas Ginge in der Kolonie Gothaab auf Grönlandin 64° 10 5 n. Br., nur mit dem Unterschiede, dafsdort der Bogen gemeiniglich niedrig in O. und SO. er-scheint und seltener bis zum Zenith aufsteigt. Er be-schreibt einen solchen Bogen auf folgende Weise:Um44- Uhr Abends zeigten sich die ersten schwachen Strah-len des Nordlichtes in O,, welche in einer Viertel-stunde das Zenith erreichten und von hier aus sich

1) Versuch einer Naturgeschichte von Chili. Leipzig 1786. S. 23.Eine ganzeileihe von Beobachtungen hat Bernhard dOrtain Rio Janeiro angestellt.

2) Edinburgh philosoph. Journ. V. p. 203.

6