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Der Stammbaum der Familie Lenz in Livland, nach einem neuen System : dazu als Pendant ein Goethe-Stammbaum nach demselben System
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P. Memoires 1870 Bd. XVI) mit 2 Karten erscheinen. Es wurde sogar ein Separatdruck (Peters-burg 1870) nötig und ins Russische übersetzt (in denSapiski der k. russ. geographischen Ge-sellschaft 1871.)

Seit dieser Zeit entwickelte Lenz eine grosse schriftstellerische Tätigkeit, besonders aufelektro-magnetischem Gebiet. So veröffentlichte er imBulletin der Akademie seine Arbeiten:Ueber die Anwendbarkeit des Salzes von der Stromverteiluug auf zerlegbarer Leiter (1876,deutsch und russisch) undUeber den elektrischen Leitungswiderstand der Heloidsalze und imJahre darauf seine Arbeiten:Ueber den Einfluss der Temperatur auf den Widerstand des Sie-mensschen Argent-Drahtes undUeber den galvanischen Widerstand verdünnter Lösungen vonVerbindungen des Kalium, Natrium, Ammonium und des Wasserstoffs.

Ein Forscherleben geht eben in Arbeiten auf und so erwarten denn auch andere For-scher bei den Biographien ihrer Helden eine möglichst genaue Aufzählung ihrer Leistungen. Dasist das historisch Bleibende und alle Auszeichnungen, Würden und Orden bleiben Nebensachen.

In der bekannten russischen geographischen Gesellschaft, die der berühmte Weltumseglerund Entdecker der Carolinen, Graf Ferdinand Lütke, gründete und welche gegenwärtig die zweit-grösste der Welt ist, rief Lenz als Vorsitzender der Abteilung für physikalische Geographie dieOrganisation der internationalen Polarstationen für ganz Russland ins Leben, die hauptsächlich diesystematischen Untersuchungen des Erdmagnetismus zum Zweck haben. Als solcher warer auch der Repräsentant Russlands auf den Kongressen für Polarforschungen in Hamburg, Bernund Wien und auf dem Kongress für elektrische Forschungen in Paris. Seine dahinzielenden Ar-beiten sind in denBulletins dieser Gesellschaft unter dem TitelUeber die Gestalt der Erdeund die Niveaufläche der Oceane (1879 und 1883) erschienen und finden sich in denMemoiresder Akademie folgende Arbeiten:Ueber die thermischen Ausdehnungen des Meerwassers,Ueberden galvanischen Widerstand der Auflösung einiger Salze im Alkohol undUeber den Einflussdes Druckes auf den galvanischen Widerstand des Quecksilbers. Letztere Arbeit machtegrosses Aufsehen und erschien in deutscher, russischer und französischer Sprache 1882. Sie ver-anlasste ihn nach dieser Richtung noch weiter zu forschen, wie das seine Arbeiten:Ueber denEinfluss der Temperatur auf den Widerstand des Quecksilbers (deutsch, russisch und französisch1883 und 1884) undUeber den Widerstand des auf verschiedene Weise gereinigten Quecksilbersbeweisen.

Diese physikalisch-chemischen bedeutsamen Arbeiten veranlassten nun die russische Reichs-regierung den zum Akademiker und Geheimrat erhobenen Lenz 1889 auf den verantwortlichenPosten eines Chefs der Expedition zur Anfertigung der Geld-Staatspapiere zu ernennen. Es istselbstredend, dass er schnell allen wichtigen Erfindungen und Entdeckungen auf diesem kompli-zierten Gebiete seine volle Aufmerksamkeit schenkte und selber Bedeutendes leistete. Auf derWeltausstellung in Chicago wurden seine auf chemisch-technischen, photo-chemischen und künst-lerischen Gebiete angefertigten Geld-Staatspapiere alsMusterleistungen voll anerkannt.

Dieser Mann, dessen Leben in Arbeiten vollständig aufging, schied am 2. (15.) Aprilv 1903 auf seinem Gute Kunjärvi (Finnland) als der letzte der ausserhalb Russlands bekanntenLenz-Söhne aus diesem Dasein; allein seine Werke, welche den Forschern die nötigen Bausteineder uns befreienden Wissenschaft lieferten, bleiben der Nachwelt erhalten. (Vgl. über ihn A.Gubernatis; Dictionaire international des Gervais du jour. Paris 1890. sowieAlbum der russ.Zeitgenossen im Reichsdienst. St. P. 1897 (S. 970 f. mit Portrait, russ.) und P. Falck, Akade-miker und Physiker Robert v. Lenz in der Düna-Ztg. 1903 Nr. 86).