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Der Stammbaum der Familie Lenz in Livland, nach einem neuen System : dazu als Pendant ein Goethe-Stammbaum nach demselben System
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sagen: fast die ganze grosse sog. rote Rasse geht rapid dem Aussterben entgegen. Nun, wennman das nicht leugnen kann, so wird man wohl für Afrika, Australien und Asien (inklusive dereuropäischen Halbinsel) in diesen letzten 400 Jahren sicher 200 Völkerschaften als gewesenebezeichnen.

In Anbetracht dieser historischen Tatsache wird man wohl tun, die Geschlechter mit etwasschärferen Augen anzusehen, denn in der Genealogie wird, wie in keiner Wissenschaft, argerUnfug mit Abstammung und genealogischen Daten getrieben. Nach Benoiston de Chateauneufüber die Lebensdauer der französischen Adelsfamilien wird für die meisten dieser Adelsge-schlechter durchschnittlich die Dauer von 300 Jahren konstatiert.

Damit ist nicht gesagt, dass es auch Geschlechter gibt, die auf 400 bis 600, ja 900 undmehr Jahren Existenz zurückblicken können, doch solche Ausnahmen bestätigen nur die Regel.Andererseits gibt es Geschlechter, die keine 100 Jahre Existenz aufzuweisen haben. So weiss ichz. B. von meinem Geschlecht, welches im 13. Jahrh. aus Krage (Krähe, dänisch) entstand, dassDaniel Falck, als er seinen neuen schwedischen Adel 1648Falkenklou annahm, sein Geschlechtschon 1742 erlosch, oder dass Peter Falck, als er seinen neuen schwedischen Adel 1665Rytterström annahm, das Geschlecht bereits 1714 ausstarb. (Vgl.Svenska Attertal for ar1893. Stockholm 1893 S. 150 ff.Falck.) Nicht besser erging es den Falcks, die sich alsvon Falck in Oesterreich von neuem adeln Hessen. Dasselbe möchte ich von den Lenz be-haupten, die sichvon Lenz in Russland undvon Lenz-Hartig in Deutschland schreiben. Siescheinen mir viel weniger Aussicht zu haben, das Geschlecht weiter zu verpflanzen als die sichnoch jetzt einfachLenz schreiben. Es scheint wenig Segen auf den Geschlechtern zu ruhen,die sich als neuer Stamm vom alten abheben wollen. Genealogisch ist das eine auffallendeTatsache. (Man denke an die vielen kurzlebigen Grafengeschlechter.)

Stellte uns die Tabelle I das Verhältnis der verheirateten Lenz-Söhne zu ihren Frauendar, so führt uns die Tabelle II und III das Verhältnis der ledigen Lenz-Söhne und Lenz-Töchterzu einander vor.

Von den 40 ledigen Lenz-Söhnen in den 144 Jahren von 17511905 starben im Kin-desalter von 1 10 Jahren 18, welche nur ein Gesamtalter von 17 Jahren 9 Tagen erreichten,also im Durchschnitt kaum 1 Jahr alt wurden. Im Jünglingsalter von 1120 Jahren starb nureiner im Alter von 19 Jahren. Es überschritten somit 21 das 21. Lebensjahr der Mündigkeit.Von diesen leben 1905 nur 7, sind also 14 im Mannesalter von 2146 Jahren gestorben. Die14 toten Lenz-Söhne erreichten zusammen genommen ein Alter von 457 Jahren. Das ergibt einDurchschnittsalter für jeden von etwa 32 Jahren, während die 7 noch lebenden ledigen Lenz-Söhne1905 ein Gesamtalter von 227 Jahren zählen, also auch ein Durchschnittsalter von etwas über 32Jahren haben. Dieses Generationsalter gibt dem Stamme ein greisenhaftes Ansehen, es fehlt po-sitiv der junge frische Nachwuchs.

Das Verhältnis der Tabelle II zu Tabelle III tritt noch schärfer hervor. Von den 44ledigen Lenz-Töchtern in den 124 Jahren von 17811905 starben im Kindesalter von 110Jahren 16, welche ein Gesamtalter von 27 Jahren 3 Monaten und 9 Tagen erreichten; also einDurchschnittsalter von über 1 Jahr zählen. Im Jungfrauenalter von 1120 Jahren starben 5 von13 17 Jahren, welche zusammen 77 Jahre ergeben, also im Durchschnitt jede etwas über 15

Jahre alt wurde. Im Frauenalter starben somit 12 im Alter von 3188 Lebensjahren, welchezusammen 809 Jahre ergeben. Sie wurden im Durchschnitt somit etwas über 67 Jahre alt, wäh-rend die 11 noch lebenden ledigen Lenz-Töchter zusammen ein Alter von 423 Jahren haben,also ein Durchschnittsalter von 38 Jahren 1905 zählen.