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Heinrich Heine : In charakteristischen Zügen zum 100. [einhundertsten] Geburtstag
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Heine als Dichter.

es ist die große Einseitigkeit, die sich in meinen Dichtungen zeigt,indem sie alle Variationen desselben kleinen Themas sind,"Schmerz über unglückliche, verratene Liebe (zu Amalie Heine, derTochter seines Oheims Solomon), die in den meisten Gedichtensich ausweint. Man merkte aber auch zugleich die Eigenart desDichters: er geht vom Düsteren und Tragischen aus, manipuliertmit Kirchhof, Klassen Larven, schwarzen Schlingeln in Fenerlivrei,Zappelbein-Leutchen im Galgenornat und Besenstilmütterchen mittollem Rippengeklapper das sich dann in Humor oder Ironieauflöst, um so die Einheit der Stimmung zu zerstören. DasBuchder Lieder" bietet bereits dasselbe Schauspiel, wie es sich später,nur noch weit offenkundiger, inNeue Gedichte",Zeitgedichte",Letzte Gedichte", in den epischen DichtungenAtta Troll",Deutsch-land ein Wintermärchen" undNomancero" wiederholt. In allendiesen Werken laufen zarte, hochpoetische Gedanken zuletzt meist ineine schrille Dissonanz ans, endigen mit einem frivolen Witz. Diesist eben der Grundzug Heine'scher Dichtnngsart, alles zu verspotten,was ihm selbst und anderen heilig, an allem seine hämische Spott-lust zu versuchen. Wie Lindemann-Seeber S. 864 schreibt, wohntein ihm ein Mephistopheles, der kalt und frech ihn vor sich selbsterniedrigte und mit einem Worthauche die schönsten Gebilde, indämonischer Lust zerstörte, da er selbst nicht an dieselben glaubt,vielmehr es mit der Zeit lustig fand, die Lesewelt, welche diesekleinen Dingerchen für bare Münze nahm, und manch' gefühlvollesHerz, das sich durch dieselben bis zu Thränen rühren ließ, zumNarren zu haben. Er selbst schreibt es unverblümt an Fanny Le-wald:Ich habe alle solche grellen Dissonanzen mit entschiedenoppositionellem Bewußtsei» gegen die weichliche Gefühlsseligkeitder Schwaben und Konsorten gemacht." Freilich sollte sich dieseManier an dem Dichter rächen, denn sie artete zur Manie ausund verdarb alles, als derselbe seine Poesie als Waffe gebrauchteund, ganz und gar unpoetisch, seine Cynismen und nnverhülltenSchamlosigkeiten statt Gemtttstiefe, Zartheit und Duftigkeit darinniederlegte. Hiebet hatte wohl auch die Gottscheds Verordnungenabgelauschte Eigenheit ihr gut Teil verschuldet:die Dichtkunst immerin Verbindung mit gutem Essen ausgeübt zu haben". So sankder ursprüngliche Romantiker, der statt romantischer Verschwommen-