VII.
Kune Wnrakteristik.
eck, rücksichtslos, fanatisch im Haß, zermalmend im Ingrimm,UM lasziv bis zum Überdruß fiel Heine während seines Lebens„wie ein bissiger Köter alle Dichter an", die auch aus dem kasta-lischen Quell getrunken und ihm nun eine gefährliche „Konkurrenz"zu werden drohten. Arndt, Körner, Grabbe und „die schwäbischeDichterschnle" mußten seinem geifernden Zorn ebenso, wie dieFreiheitssänger der Vierziger Jahre seiner Rache verfallen, unddies deshalb, weil sie deutsch dachten und sangen, ans Heine je-doch alles deutsche „wie ein Brechpulver" wirkte, weil sie fernerauf den gesinnungslosen, durch Judasgeld bestochenen SöldlingFrankreichs mit Verachtung blickten und ihn zeitweise sogar ausder Gunst des Publikums verdrängten. Platen, der ihn im„romantischen Ödipus" angegriffen, und den „herrlichen Petrarkdes Laubhttttenfestes", den „Synagogenstolz", den „Pindar vomStamme Benjamin", „des sterblichen Geschlechts der MenschenAllernnverschämtesteu" genannt, wurde von Heine in „die Bädervon Lueea" so niedrig persönlich behandelt und solch empörender,unbewiesener Laster beschuldigt, daß sich jedes bessere Gefühl gegensolche Verdächtigungen empören mußte. A. W. von Schlegel, seineinstiger Lehrer zu Bonn, den er vordem in drei Sonetten be-sungen, wurde ebenso fürchterlich gerichtet wie Wolfgang Menzel,der in seiner Tentomanie beständig gegen die Franzosen zu Feldezog, Jung-Deutschland für die „Schule der frechsten Unsittlichkeitund raffiniertesten Lüge", seine Anhänger für lauter Franzosen undJuden und den Dichter als Atheisten und Feind aller Religionausgab; endlich fiel er in einer eigenen Schrift („Heine überBörne") über seinen ehemaligen Freund und Stammesgenossen herund hielt über den bereits Verstorbenen ein Tvtengericht des un-versönlichsten Hasses. Bloß vor dein großen Görres, den er mitJahn und Arndt, „so eine Gattung Bluthunde nennt", machte er