VIII.
Schluß lictrachtung.
UWcich Strodtmann hätte Heine „weit leichter als andere Sterb-liche der positiven Glaubensdogmen entbehren" gekonnt, daer „die Gnade besaß" und „seinem Geist die Symbolik des Himmelsund der Erde" sich erschloß, er also „dazu keines Kirchenschlüssels"bedurfte; und in der That stand er zeitlebens dein Christentum,wie dem Glauben an einen personlichen Gott ziemlich fern: Letzterenals Geist anzuerkennen, erschien ihm „absurd", mit dem Christen-tum aber fand er erst dort etwas anzufangen, „wo der gesundeMenschenverstand aufhört". Ans diesen Ansichten zog er dann seinLeben lang die praktischen Konseqnenzen, die ihm jenes furchtbareLeiden der Rückemnarksdarre zuzogen, dem er in der Nacht vom16. auf den 17. Februar 1856 erlag. Von einem Häuflein deutscherEmigranten, Mignet, Theophil Gantier und A. Dumas geleitet,wurden seine irdischen Überreste am 20. Februar 1856 im Fried-hof „der Verbannten und Geächteten" auf dem Montmatre be-stattet, nachdem sich seine Worte erfüllt:
„Keine Messe wird man singen,
Keinen Kadosch wird man sagen,
Nichts gesagt und nichts gesungenWird an meinen Sterbetagen."
„Gottlos, vaterlandslos, ehrlos, sittenlos, wie er gelebt, ister gestorben". (Karl Weiß, a. a. O.). Seine Rückkehr zum Glaubender Kindheit, nachdem er „lange Zeit bei den Hegelianern die
Sch gehütet" und endlich „das himmlische Heimweh" ihn
überfallen, ist nicht ernst zu nehmen. Unfähig zu sündigen undseinem Gotte noch länger zu trotzen, wollte er freilich nun „Friedenmachen mit Gott und der Welt", indem er bekannte, „manchengekratzt", und „manchen gebissen" zu haben und durchaus „keinLamm" gewesen zu sein; seine Bekehrung war jedoch »ach eigenem
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