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Heinrich Heine : In charakteristischen Zügen zum 100. [einhundertsten] Geburtstag
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I.

Einleitendes.

^^em deutschen Bundestag war es etwas spät, erst 1835, klar ge-worden, daß es in Deutschland Schriftsteller gebe,derenBemühungen unverhohlen dahin gingen, in belletristischen, für alleKlassen von Lesern zugänglichen Schriften die christliche Religionauf die frechste Weise anzugreifen, die bestehenden sozialen Ver-hältnisse herabzuwürdigen und alle Zucht und Sittlichkeit zu zer-stören": es waren die Vertreter des sogenanntenjungen Deutsch-land", die, anknüpfend an David Fr. Strauß, Bruno Bauer undL. Feuerbach und aus deren freiheitlichen, religionslosen Lehren dieKonsequenzen ziehend, im Gegensatze zum Christentum als der Religio»des Geistes das Evangelium von der Wiedereinsetzung des Fleischesverkündeten. Die französische Juli-Revolution konnte eben nicht ohnebemerkenswerte Fernwirkung vorübergehen: sie warf den Zündstoffüber die deutsche Grenze und rief daselbst eine mächtige Bewegung derGeister hervor. Die Literatur, welche ans dieser Aufregung derdeutschen Nationalität hervorging, sagt Theodor Mündt, selbst einJnngdentscher, in seiner Fortsetzung von Fr. v. SchlegelsGeschichteder alten und neuen Literatur", zeigt zwei Namen ans, welche,einem Doppelstern ähnlich, die gemeinschaftliche Bewegung in dem-selben Räume und nach demselben Gesetz zu teilen schienen, eineKonstellation des Hasses, die auch im Haß ihr Ende fanden: Lud-wig Börne und Heinrich Heine. Elfterer der bessere, letzterermehr begabt, jener Kritiker und Journalist, dieser ein Dichter,waren sie einig in ihrem Fanatismus gegen das Christentum, dassie mit diabolisch-glänzender Dialektik zu ersticken suchten. In Heineerscheint der dämonische Hohn gegen Christentum und Poesie, Kircheund Staat, Freunde uud Feinde, die träumerische Sentimentalitätund der schmntzig-talmndische Witz auf die Spitze getrieben; erdrückte den sittlichen Gehalt der Dichtkunst zutiefst herab und zogalles in den Kot, um sich mit wahrer Wonne darin zu wälzen.

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