Heine's GlaubensbekcinNnis,
in die Martyrsucht, in den ganzen Selbstmord der nozarenischenReligion, um auf einmal die damalige Lebensqual von sich zuwerfen und den Folterknechten des herrschenden Materialismus zutrotzein" Da jedoch die Vernichtung der Sinnlichkeit gar zu sehrin Widerspruch mit der menschlichen Natur stand und die Kirchedurch allzu scharfe Betonung dieser Lehre für ihre Herrschaft fürchtenmußte, schuf sie sich zum besten der Sinnlichkeit „ein kluges Shstemvon Zugestündnissen", wodurch „die Materie in den Stand gesetztwird, alle ihre anullierten Rechte in der Praxis auszuüben". Dar-nach darf man also ohne weiteres sündigen, aber man muß ein-gestehen, daß es eine Schändlichkeit war, und für diese SündeAbbüße thun: „die Kirche ließ, sozusagen, Wehrgeld bezahlen fürjeden fleischlichen Genuß, und da entstand eine Taxe für alle Sortenvon Sünden, und es gab heilige Kolporteurs, welche im Namender römischen Kirche die Ablaßzettel für jede taxierte Sünde imLande feilboten", „Dies waren „die heiligen Vampyre des Mittel-alters", Diese Verweltlichung, Verzerrung, dieser frevle Mißbrauchdes Göttlichen legt handgreiflich den Gedanken nahe, der Katholi-zismus sei nichts anderes als „ein Konkordat zwischen Gott unddem Teufel", Der Stifter der Kirche hat nur in dem Sinne etwaszu bedeuten, als „er kein Gott einer Aristokratie von geschorenenSchriftgelehrten und gallonierten Lanzenknechten" gewesen; sonstgilt er dem Dichter nur als „armer Vetter", als „Narr", der dieMenschheit retten gewollt und hiezu eine „Sommerreligion" in'sLeben gerufen, da die kirchlichen Gotteshäuser besonders an heißenSommertagen eben gut genug sind, bequeme Kühlungspunkte ab-zugeben; sonst sind sie insgemein, wie beispielshalber der KölnerDom, „Bastillen des Geistes, in denen die Vernunft verschmachtensoll", Einst aber wird Thor mit seinem Niesenhammer kommenund diese Ungetüme der Geistesknechtnng zerschlagen und zu „Pferde-ställen" zubereiten. Dann ist es vorbei mit der Herrschaft der„geistlichen Kaufleute", „die von Religionsgeschäften ihren Unter-halt gewinnen" und sich hiebei wie Kommis benehmen, die „ineiner großen Handlung angestellt" sind; sie sind in dem großenHaus, der Kirche, angestellt; der Papst, ihr Chef, gibt ihnen „be-stimmte Beschäftigung und dafür bestimmtes Salär"; sie arbeiten.lässig, wie Jeder, der nicht für eigene Rechnung arbeitet und viele