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Die Eisenbahnen und deren Aktionäre in ihrem Verhältniß zum Staat
Entstehung
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Dritter Abschnitt.

Bau der Eisenbahnen für Rechnung des Staates.

Neuntes Kapitel.

Motive,tz. 44.

Bei der Anlage von Kanälen oder Kunststraßen ist in Deutsch-land früher nie als Hauptsache erwogen worden, wie viel direkterGewinn vom Anlage-Kapital zu beziehen sein werde. Die Nütz-lichkeit der Anlage war stets die Hauptfrage. Anders scheint es denEisenbahnen zu ergehen, obgleich sie hinsichtlich des allgemeinenNutzens weit über Kunststraßcn stehen und selbst den Kanälen inden meisten Fällen vorzuziehen sind. Wenn in den jetzt häusig vor-kommenden Eiscnbahngesprachcn darüber,ob eine Eisenbahn gutsei," diskutirt wird, ist selten von etwas andcrm die Rede als vondem Gewinn, der direkt aus dem Anlage-Kapitale zu ziehen ist, fastniemals vom öffentlichen Nutzen.

Diese Richtung in der Auffassung der Eisenbahnfrage ist keines-weges erfreulich. Es verdient rühmliche Anerkennung, daß diePreußische Staatsrcgicrung, dieser Richtung entgegentretend, denGesichtspunkt des öffentlichen Wohls, der Privat-Spekulation gegen-über, hervorgehoben hat.

Diese Regierung hat, mit wenigen unerheblichen Ausnahmen,noch freie Hand zur Wahl der nützlichsten Ausführung der Eisenbah-nen sich erhalten; sie spricht weise nicht zu schnell ihr letztes Wort indieser Beziehung aus. Wird dadurch auch dem ungeduldigen Ver-langen nach dem Genüsse des Nutzens der Eisenbahnen nicht genügt,so wird auf der andern Seite doch der Vortheil erlangt, daß die An-sichten über Eisenbahnen mehr und mehr geläutert und berichtigt, unddann um so leichter und sicherer die zweckmäßigsten Maßregeln zurAusführung gewählt werden können.