eine große Anzahl von Fremden die hier ankommen, sichder Dampfschiffe und der Miethwagen oder eigener Equi-pagen bedient.
Aber nicht der geschäftige Verkehr allein führt tausendeder reifenden Personen nach Düsseldorf. Auch die anmuthigeGegend, die reizenden Garteuanlagcn und so manche Gele-genheit zur Erheiterung, veranlassen es, daß die Umgegendvon mehr als zehn Meilen, die freundliche Düsselstadt alsVereinigungspunkt betrachtet. Die schonen Künste, nament-lich die berühmte Kunstschule unter Schadows Leitung,haben ihm einen solchen Reiz verliehen, daß zahlreiche Fremdeden Meisterwerken derselben besonders bei den jährlichenAusstellungen, ihre Huldigungen darbringen.
Von gleicher Bedeutung in Bezug auf das Eisenbahnunternehmen ist der andere Endpunkt, Elberfeld-Barmen, allenthalben berühmt durch großartigen Ge-werbfleiß und Handel, der Centralpuukt des bergisch-3när-
kischcn Fabrikbezirks der sich über die Flußgebiete derWupper, Ruhr, Lenne, Volme und Ennepe ausbreitet.
Was der stets fortschreitende Kunstfleiß in tausendGestalten und Schattirungen aus Seide, Wolle, Baum-wolle, Leinen, Farbestoffcu und Metallen hervorzubringenvermag, von den einfachsten Bündchen bis zu dem reichstenStoffe, von dem schlichten Nagel bis zum colossalen Cy-liuder der Dampfmaschine, von kunstlosen Plantagcnmcs-scr bis zur feinsten Daiuascener-Kliuge, ist alles in die-sem Fabrikbezirk, als in einem Pantheon des Gewerb-fleißes, vereinigt.
An seiner Nordgräuze bespühlt die Ruhr die mächti-gen, für Jahrtausende hinreichenden Steinkohlenlager, derenAusbeute einen wichtigen Gegenstand der Beförderung aufder Eisenbahn bilden werden, wenn der Anschluß unsererLocalbahn -mit jeuer, welche die Kohleufelder der Graf-schaft Mark durchziehen soll, zu Stande kommt.
II. Verkehrsverhnltnisse.
Aus dem Vorhergehenden entwickelt sich die Bedeu-tcnheit des Verkehrs zwischen Düsseldorf und dem Wup-pcrthale von Elberfeld und Barmen.
Die große Bevölkerung dieser Städte und des Bezirksder Eisenbahn überhaupt, —- die vielseitig verzweigtenGeschäftsinteressen, und der Umstand, daß die Straßezwischen Düsseldorf und Elberfeld eine der großen Routenbildet, welche von Frankreich und Belgien nach Nord-dcutschland und umgekehrt führen, erklären den bedeu-tenden Güterzug, der jetzt schon die Heerstraße belebt, unddie große Zahl der Reisenden ans derselben.
Die Masse der Güter, welche im Jahr 1836diese Heerstraße passirten, ist nach Maaßgabe der einge-nommenen Wegegelder auf beinahe eine Million Ctr. er-mittelt worden.
In dieser Centncrzahl sind die Ladungen desjenigen Fuhr-werks nicht begriffen, das aus den Seitenstraßen, namentlichzur Werdcnschen Straße abgeht, und wofür also die künftigeEisenbahn incht benutzt werden kann. Auch der Lokal-Verkehr zwischen Elberfeld und Mettmann und zwischenDüsseldorf und Mettmaun auf der jetzigen Straße, ist inobiger Summe nicht enthalten, da hierfür an der Mett-manner Variere, deren Empfang der Berechnung zum Grundeliegt, kein Wegegeld gezahlt wird.
Die nachstehenden Bestandtheile der erwähnten Güter-menge sind den Ein- und Ausgangstabellen des Haupt-
Steuer-Amts zu Düsseldorf und den Notizen der Spe-ditivnshäuser entnommen.
1. Handelsgüter; hiervon sind imGanzen 319,052 Ctr. in Düsseldorfangekommen, wovon etwa ^ nachdem Wupperthalc von Elberfeld und
Barmen gingen, also in runder Zahl 255,30(1 Ctr.
2. Handelsgüter der Ausfuhr überDüsseldorf, 113,114 Ctr., davonebenfalls ^ aus dem Wupperthal
und weiter 90,500 „
3. Getreide 197,000 „
4. Baumaterialien, als Holz, Schiefer,
Dachziegel :c 16,000 „
5. Produkte des Innern, Gemüse,
Getränke :c 97,000 „
6. Handelsgüter allerlei Art, welcheweiter herkommend, auf der Heer-straße zwischen Düsseldorf und El-berfeld transitiren 303,000 „
Im Ganzen 989,000 Ctr.
Sobald die projectirte Eisenbahn zur Verbindung derWeser mit dem Rhein ausgeführt sein wird, werden aufderjenigen Sectio», welche die Ruhrkohlcnfcldcr durchzieht,die Steinkohlen für einen bedeutenden Thcil des