I. Allgemeine
Andentungen.
Als zu Ende des Jahres 1832 die Handelskammer»zu Düsseldorf und Elberfeld die Anlage einer Eisenbahnzwischen den beiden Städten in Anregung brachten, unddie Anordnung provisorischer Comitv's für diese Angele-genheit bewirkten, ließ das allgemein lebhafte Interessenicht befürchten, daß ein Zeitraum von mehr als vierJahren hingehen würde, bevor eine definitive Entscheidungerfolgen könne.
Inzwischen haben die in unserm Vaterlande augereg-ten Eisenbahn-Unternehmen fast alle dieselben langwierigenVerhandlungen durchgehen müssen.
Wir können es jedoch als eine glückliche Vorbedeutungfür die Eisenbahn zwischen Düsseldorf und Elberfeld be-trachten, daß in dem langen Zeitabschnitte das Interesseunserer Actionaire nicht erkaltet, daß ihr Vertrauen, un-geachtet so mancher entgegengetretenen Hemmungen, nichterschüttert worden ist.
Alle wesentlichen Hindernisse sind jetzt beseitigt, undwenn die Interessenten dcS Unternehmens auch ferner nochin Eintracht und Eifer zusammenwirken, wird der Zeit-punkt nicht ferne liegen, wo zur Ausführung eines Werkes -übergegangen werden kann, das durch gemeinsames Strebenfür die Wohlfahrt und das industrielle Fortschreiten unsererStädte und ihrer Umgebungen, hervorgerufen worden ist.
Aber der durch die schwierigen und umfangreichentechnischen Vorarbeiten so wie durch die Verhandlungenmit den Staatsbehörden vcranlaßte Aufenthalt, hat in derThat dem Unternehmen selbst, wesentliche Vortheile zu-gewendet.
Abgesehen davon, daß alle Beziehungen desselben einergründlicheren Erörterung unterworfen werden konnten unddie Uebcrzengung von der Nothwendigkeit, Einträglichkeitund Ausführbarkeit der projcctirten kostspieligen Anlage dievierjährige Probe bestand, find im Gegensatze so mancherjetzt besiegten Schwierigkeiten, sehr günstige Erscheinungeneingetreten.
Wir rechnen hierzu besonders die mit dem MonateAugust d. I. beginnende Wirksamkeit der Dampfschifffahrts-Gesellschaft für den Nieder - und Mittelrhcin, deren Cen-tralpuukt die Stadt Düsseldorf ist.
Dieser Bund der Rheinstädte in Preußen, Nassau undRheinhcsseu ist eine wesentliche Stütze unserer Eisenbahn;die vereinte Flagge der enge verbundenen Staaten wirduns Personen in reicher Zahl zuführen, die auf unsererEisenbahn im schnellen Fluge landeinwärts, zu den Lieb-lingsfitzeu der Gewerbthätigkeit eilen.
Die großen Massen der Materialien und sonstigerGegenstände, die dieser Bezirk zu seiner Industrie und zuden Lebensbedürfnissen seiner Bewohner bedarf, werden derEisenbahn ebenfalls durch diese Dampfschifffahrt größtcn-thcils zugewendet, die künftig in ihrer geregelten Fahrtgleichsam eine Fortsetzung der Eisenbahn sein wird.
Andere wesentliche Begünstigungen für die Düsseldorf-Elberfeldcr Eisenbahn erblicken wir in dem bald vollen-deten Freihafen von Düsseldorf, in der hier im Planebegriffenen Anlage einer stehenden Nhciubrücke, in der vonder Stadt Neuß vollführten Schiffbarmachung der Erst biszu ihrer Mündung unweit Düsseldorf; letzteres wird besondersfür den raschen und wohlfeilen Getreidetransport vondem bedeutendsten Fruchtmarkte der Provinz nach demostrheinischeu Fabriklande, von außerordentlicher Wichtig-keit werden.
Auch mögen wir es als eine günstige Folge der ver-zögerten Ausführung betrachten, daß inzwischen das Vcr-hältniß der Lvcal-Eisenbahn zwischen Düsseldorf und El-berfeld zu andern Eisenbahnen geordnet werden konnte, sodaß die frühcrn Beschränkungen i» der Wahl der Vahnrichtnngfast beseitigt sind, und der Ausbau in freierer Bewegungselbststäudig begonnen und vollführt werden kann.
Endlich haben wir in den unter Vorarbeiten undVerhandlungen entschwundenen vier Jahren das stete undrasche Fortschreiten der Gewerbthätigkeit und des Handelsin dem Gebiete unserer Eisenbahn beobachten können, wo-durch wir in den Stand gesetzt werden, die Frequenz derBahn in Rücksicht auf die Zunahme des Verkehrs, beiihrer ersten Anlage schon zu berücksichtigen.
Die Städte Düsseldorf (32,2S3 Einwohner) undElberfeld mit Barmen (62,379 Einwohner), welchezunächst durch die in Rede stehende Eisenbahn verbundenwerden sollen, gehören zu den wichtigsten Deutschlands.