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Denkschrift über die Anlage einer Eisenbahn zwischen Düsseldorf und Elberfeld : mit Beifügung des veränderten Entwurfs des Status und anderer Actenstücke, so wie des Gutachtens des Civil-Ingenieuers Rob. Stephenson in London und mit einer Situations-Karte
Entstehung
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Düsseldorf bildet de» Mittelpunkt der ebe» soschonen als reichgesegneten Länder Jülich, Cleve, Berg,welche mit einem Theil der ehemaligen chnrkölnischen Lande,die ostrheinischen Kreise von Elberfeld, Solingen undLennep und die westrheinischen von Grevenbroich, Nenß,Gladbach und Crefcld umfassen, wo in dem gcwerbfleisiigcnTheile ans einer Quadratmcile über 12,000 Menschenwohnen und eine Gesammtbevblkernng von mehr als400,000 Einwohner, das bewunderungswürdige Bild einerso vielseitigen Regsamkeit darstellt, das in Deutschlandnirgendwo, in einem solchen Flächcnraume, vorhanden ist.

In der heitern Landschaft der Nheiucbcne, wie östlich imKranze der hcimathlichen Berge, und westlich in den reichen,üppigen Fluren des linken Rheinufers, breiten sich, wiehingesaet, Taufende von Niederlassungen aus, überall dieZeichen geregelter Thätigkeit darstellend, deren Lohn indem allgemein verbreiteten Wohlstande, auf den erstenBlick erkannt wird, ein Wohlstand der seine felsenfesteStütze in dem eigcnthümlichen Nationalflciße findet, denselbst die drückenden vieljährigcn Kriege nicht zn erschütternvermochten.

Wie in einem solchen Landestheile überhaupt einstetes Fortschreiten in den Fördernngsmitteln der Industriedie Grundbedingung der Erhaltung des gewonnenen Höhe-punktes ist, so konnte es nicht fehlen, daß die Anlagevon Eisenbahnen, als sie sich in Nordamerika und Englandbesonders erprobt hatten, schnellen Anklang fand.

Der praktische Blick der betriebsamen Bevölkerungerkannte bald, wie nothwendig insbesondere eine Eisen-bahnverbindung zwischen Düsseldorf und Elberfeld seinwürde, und wie die Einträglichkeit dieser Anlage keinemZweifel unterliege.

Düsseldorf ist durch seine Lage am Rhein der nächsteund beste Hafen für den ost- und wcstrheinischen Theil desRegierungsbezirks nicht nur, sondern auch für den wichti-gen Fabrik-Distrikt der westphälischen Mark.

Aon Düsseldorf ans bezieht die Fabrikgegend beiderRheinsciten zunächst die ansehnliche Masse der Materialienaller Art zu ihrer Industrie, sodann die vielfachen Produkte,die der großen Volksmenge zur Befriedigung der Lebens-bedürfnisse unentbehrlich sind, während ein wichtigerTheil der Erzengnisse der Fabriken und Manufakturenwiederum im vaterländischen Hafen zn Düsseldorf die schwel-lenden Segel oder die schäumenden Räder der Dampfschiffefindet, um in ferne Länder bis über daS Weltmeer, ans- 'geführt zu werden.

Wie bedeutend dieser Verkehr ist, der sich unterPreußens Landeshoheit von geringen Anfängen vermehrtund sich durch die Wirksamkeit des Zollvereins wie durch

die Wiederherstellung der freien Rheinschifffahrt, in Ge-mäßheit des Traktats der Uferstaaten vom 31. März 1831,consolidirt hat, geht ans folgenden amtlich mitgetheiltenAngaben hervor:

Im Jahr 1836 sind im Hafen von Düsseldorf 1606beladenc Schiffe von 10 bis 110 Last Ladungsfähigkeit(darunter 366 Dampfschiffe) angekommen und abgegangen.

- Die Gütercinfuhr betrug:

n. vom obern Rhein .... 300,136 Ctr.b. vom nieder» Rhein .... 555,106e. zu Lande 90,000

zusammen 915,512 Ctr.

abgesehen davon, daß durch die Stürme im Spätjahr1836 viele Schiffe mit reichen Ladungen bis über denJahresschluß hinaus aufgehalten worden sind.

Die Ausfuhr der Güter zu Schiffe betrug im Jahr1836 : 113,111 Ctr. Zu Lande wurden unter andernetwas über 300,000 Ctr. Handelsgüter durch die hiesigenSpeditionshäuser befördert, welche zum größten Theileden Weg nach Elberfeld passirten.

Diese Handelsgüter und die großen Massen der Lebens-bedürfnisse, Bau- und Brennmaterialien, werden der künf-tigen Eisenbahn zur Beförderung eben so anheimfallen,als diejenigen Güter, welche von den westphälischen undden westrheinischen Heerstraßen so wie von der holländischenChaussn des rechten Rhcinufers herkommend, transitiven.

In Düsseldorf hat das Speditionsgeschäft, diese we-sentliche Stütze der künftigen Eisenbahn, einen Umfangerreicht, der in der Masse dem Speditionsvcrkehr derStadt Cöln sehr nahe steht, alle übrigen Rheinstädte aberübertrifft.

Zwar hat sich der Eigenhandel bis jetzt nicht in demselbenVerhältnisse empor gehoben, allein auch für ihn wird derZeitpunkt rascher Entwickelung eintreten, sobald Eisenbahn,Dampfschifffahrt und Freihafen vereint die Elemente desAufschwungs bilden, und den Unternehmungsgeist anfeuernwerden.

Der übrige Gcwerbfleiß Düsseldorfs ist dagegen inreger Entfaltung begriffen, und es sind in neuerer Zeitmehrere wichtige gewerbsicißige Etablissements entstanden.

Nicht leicht bietet aber auch eine Rheinstadt so vieleBegünstigungen für den Gcwerbfleiß dar, wie Düsseldorfsie in der Benutzung der verschiedenen Arme des Düffel-bachs, in der Wohlfeilheit des Baumaterials zu Fabrik-gebäuden, und in den billigen Kosten des Unterhalts derarbeitenden Klasse, gewährt.

Im Personenverkehr der Posten nimmt Düsseldorf, nachamtlichen Nachrichten, nächst Berlin und Cöln, den erstenRang im preußischen Staate ein, abgesehen davon, daß