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Nervensystem im Conflict mit den übrigen Gliedern dersensibeln Sphäre.
§. 342. So wie in den untern Thierklassen das Lymphsystem zu Tage liegt, und dierohen Stoffe der Außenwelt unmittelbar aufnimmt, eben so geschieht hier Empfinden undBewegen des Aeußern unmittelbar durch das sensible System.
So wie hingegen bey höher» Thierkiassen das Lymphsystem in den Darmkanal ein-senkt, und von diesem erst die animalisirte Nahrung aufnimmt, eben so endigt sich hierdas Nervensystem in die Sinnesorgane und Fasern, und hierdurch steht es nur mittelstdiesen mit der Außenwelt in Wechselwirkung.
Das Bewcgungösystem erscheint somatisch als Faser, dynamisch als Zusammenzichungund Ausdehnung. Die Faser erscheint als ein Organ, das bestimmt ist, durch Einflußihres Nerven, Bewegung auszuüben. In der Mitte der Faser, wo Nerv und Gefäßsich einsenken, ist die Bewegung am kräftigsten, ist die Organisation am Vollendetsten;hier erscheinen Nerv und Gefäß als Centralpunkte der sensibeln und vegetativen Sphäreder Faser.
Einwirkung von außen unmittelbar auf den Nerven erregt bloß ein unbestimmtesGefühl. Das Sinnesorgan scheint die Einwirkung von Außen dergestalt modifizirt ihremNerven mitzutheilcn, daß auf diesen ein Reih von bestimmter Art entsteht (hier wirdgleichsam durch das Sinnesorgan der Eindruck assimilirc)
Der Muskel äußert sich receptiv gegen seinen Nerv; activ gegen die Außenwelt; dasSinnesorgan receptiv gegen die Außenwelt, activ gegen seinen Nerv.
So wie das Räumliche die allgemeine wesentliche Form der Sinnenwelt ist, so istder Sinn des Gefühls (das nicht mit dem subjectiven Gefühle des eigenen Zustandes zuverwechseln ist) der auögebreitetste, der sich zuerst entwickelnde, der unzerstörbarste am Or-ganismus. So wie hingegen die übrigen Eigenschaften außer dem Räumlichen mehr zu-fällige Attribute der Sinnenwelt sind, so sind auch die denselben entsprechenden Sinnes-organe nur in bestimmten Standpunkten des Organismus angebracht.
Durch Uebcrtragung des modistzirten Eindrucks vom Sinnesorgane auf dessen Nerv,entsteht die Sinnesempfindung; durch Beziehen derselben aufs Bewußkseyn entstehtdie Sinne 6 vo rst ellu n g.
Bey Aufhebung der Verbindung zwischen einem Sinnesnerven und der Totalität desNervensystems rann wohl eine, diesen Sinnesnerven entsprechende Sinncsempstndung be-stehen, aber nie eine Sinncsoorstcllung. Jene äußert sich z. B. durch unwillkührlichesZucken bey äußern Reitzungen.