iZl
der den Zustand seiner Wissenschaft seit Lavoisier genau verfolgt hat, was eigentlich mitdiesen Ausdrücken Acidität und Alkalitat gemeint wird. Es ist besser, Begriffe, die manwehr zu ahnden als klar durchzuschauen vermag, nicht zu destnircn, da sonst die Desminlion zu eingeschränkt, oder zu ausgedehnt erhalten wird. Ich will hier nur einige sinn-reiche Ansichten über diesen Gegenstand anführen, wie sie unS unter andern von Avogadroin Turin, und von Gay - Lussac vorgetragen werden.
Avogadro H sagt: Der Begriff Acidität, wie man ihn bisher genommen hat, scheintzwcy wesentliche Merkmale in sich zu schließen: i) die eigcnthümliche Kraft, vermögewelcher eine Säure sich mit den Alkalien so zu verbinden strebt, daß sie ihre Eigenschaf-ten als Saure verliert, und zugleich die den Alkalien eigenthümlichen Eigenschaften zer-stört. 2) Eine große Leichtigkeit sich überhaupt mit den andern Körpern zu verbinden,eine Leichtigkeit, welche auf einem gewissen Zustande der Aggregation zu beruhen scheint,bey dem weder zu große Cohäsion noch zu große Elasticitat statt findet. Denn jene würdedie im Waffer unauflöslich festen Körper, diese die schwer zu condensirenden GaSarten ver-hindern, die Eigenschaften, die man Saure nennt, zu auffern, auch wenn sie einen hohenGrad von Acidität besäße. Nur in Beziehung aus das erste dieser Merkmale konnteeine Abhängigkeit der Acidität vom Sauerstoff statt finden; das zweyte Merkmal kannjedem Körper zukommen, er sey sauer, alkalisch oder neutral, und ist nur eine Bedingung,unter der allein die Acidität sich äussern kann. Alle Erscheinungen lassen sich nun ohneSchwierigkeit erklären, wenn man die Heyden Antagonisten, Acidität und Alkalitat fürbloß relative Eigenschaften nimmt, und wenn man zugleich annimmt, daß immer derGrad der Acidität und Alkalitäc eines zusammengesetzten Körpers, so fern vom Einfiußeder Aggrcgation abgesehen wird, vom Grade der Acidität oder Alkalicät seiner Bestand-theile abhängt. Dieselbe Substanz -4, welcher in Beziehung ans die Substanz lk deracide Antagonismus zukömmt, kann also diesem zu Folge, in Beziehung auf eine dritteSubstanz E, den alkalischen Antagonismus haben. Sauerstoff, Schwcsi! .... sind fürsich sauer, Wasserstoff alkalisch, ihr Aggregatzustand ist aber nicht darnach um die Eigen-schaften -zeigen zu können. Sauerstoff und Wasserstoff geben daher im Wasser eine neu,trale Verbindung; in der Hydrothionsäurc, prädominirt der Schwefel, oder die Alkalicärdes Wasserstoffes ist nicht vermögend, die Acidität des Schwefels zu neutralisircn. DerSauerstoff trachtet überhaupt seinen Verbindungen Saure, hingegen der Wasserstoff alka-lische Eigenschafren zu geben. Metalle sind alkalischer Narur gegen Säuren. Kohlenstoffist in Hinsicht des Sauerstoffes alkalisch, in Hinsicht des Stickstoffes aber orygenisch oderbasisch. Alle Meralloryde würden von Narur Säuren seyn, wenn ihre Eohäsion nickt zu
*) Gilberts Annalen 1810.