Druckschrift 
2 (1819)
Entstehung
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Dieser Zustand in unserem Inneren verwahret undertüchtiget uns gegen alle Gefahren und Mühseligkeiten,womit uns wilder Streit und bunte Verwirrung im Lebenbedrohen; wir bezeichnen ihn mit dem einfachen, bedeutsa-men, erhebenden Ausdrucke der teutschen Gesinnung. Einteutsches Gemüth versteht diesen Ausdruck, legt ihn aus,rechtfertiget ihn; misvcrstandcn, verhöhnt, angeklagt wirder von denen, die durch Dünkel oder Schlaffheit überwäl-tigt, sich selbst anfeinden und andere; die gebrechlich sind,wie freche Ohnmacht, und hochmüthig, wie absprechendeHalbwisscrey. Unter teutschem Sinn wird das Gemein-same verstanden, was den Edelsten unseres Volkes, in allenStänden und Zeitaltern einwohnet: Gottesfurcht, Achtungfür Vaterland, Verfassung, Gesetz, Fürsten und Volk,Streben für Gemeinwohl. Es ist uns leid um den, derauf teutscher Erde 'geboren, diese Gesinnung in sich ver-mißt und darum bezweifelt, daß unter Tcutschhcit so etwasverstanden werden könne; er gehe in sich, thue Buße, undwerde ein Teutscher, so wird er der Teutschheit keine Schandemachen und sich schämen, sie zu verleumden. Es schmerztund wir haben es weder verschuldet noch zu verantworten,wenn der Begriff der Teutschheit frazzenhaft verzerrt undin eine künstliche Misgeburt umgewandelt wird. Auf dieFrage, was wir darunter verstehen, würde eine bescheidene,unumwundene Antwort nicht verweigert worden seyn; undimmer war es schicklicher, sich belehren zu lassen, als ge-gen ein von kranker Einbildung geschaffenes Ungeheuer mitirrenden Rittern in das Schlachtfeld zu rücken und an demUnbilde kindische Tapferkeit zu versuchen-

Die altteutsche Grundverfassung beweiset so wenig fürals gegen uns; es ist undankbare Mühe, das Erstarrteaus der Vergangenheit hervorzusuchen, um es dem heutigen