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Dreißigste Vorlesung.
„Bruchstücke aus der Schlußrede".
s ist so vieles und trefliches zu lesen, daß für mittel-mäßiges kaum Zeit übrig bleiben kann, wenn auch Nei-gung dafür bliebe. Wer sich in Angelegenheiten der Kunstund Wissenschast solcher Neigung bewußt wird, der ist ver-pflichtet, ihr mit tapferer Entschlossenheit entgegen zu ar-beiten ; Kenutniß, ja Ahndung des Besseren, Höheren, istmit ihr unvereinbar; die Bedeutung, der Werth, die Gül-tigkeit unseres geistigen Lebens wird dabey gefährdet, dasfruchtbare Wachsthum desselben bedroht. Darum predigenwir keine, für Andere drückende, das Kleinod der frepenSelbstbestimmung räuberisch anfeindende Unduldsamkeit,indem wir uns selbst gegen falsche und sittlich verderblicheDuldsamkeit in unserer geistigen Entwickelung und Gestal-tung verwahren. Wir wissen, und es stehet als Grund-satz fest, daß alles, was des Menschen inneres Eigenthumseyn soll, nicht als fremde Waare gegeben oder erhandelt,wie viel weniger aufgedrungen oder durch Ueberrcdungs-künste eingeschmeichelt werden darf. Mittelmäßigkeit istdas Loos des gesellschaftlichen Lebens und es wird unsnicht beygehen, ihr den offenen Krieg ansagen zu wollen;aber eben so wenig und noch weniger können und sollenwir uns für berufen erachten, sie, die unserer Hülfe für-wahr nicht bedarf, zu fördern oder wohl gar zum Gesetzezu erheben; daS streitet mit heiligem Selbstgefühle undführetunvermeidlich von dcm hohen Ziele ab, welches Jeder,