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Neuu und zwanzigste Vorlesung.
„Göthe. — Die kritische Philosophie. — Schiller."
^e naher wir unserer Zeit treten, desto kurzer zu seyn,gebieten sittliche Bescheidenheit und Achtung für das Edelsteim Menschlichen. Die geschichtliche Gestaltung unsererZeitZ ist mehr Sache des Glaubens und der Hofnung, alsder Erfahrung und der anschaubarcn Wirklichkeit; wirdsie, was sie nach höherem Rathschlusse werden kann undsoll, so durfte es so wenig ziemlich, als erfoderlich seyn,ihr Bild den Zeitgenossen und dem anreisenden Geschlecht?geben, ja aufdringen zu wollen. Wer der Zeit mächtigund würdig seyn soll, darf ihr geistiges Wesen nicht vonAndern in demüthigem Gehorsam empfangen wollen; hater es selbst gefunden, mit Liebe und Glaubenskraft ergrif-fen und aufgenommen in das Heiligthum seines innerenLebens, so wird es sein unverausserbares Eigenthum undverschmilzt mit seinem Daseyn. Nur Andeutungen, Winkeund freye Selbstgestandnisse dürfen wir uns erlauben, schüch-terne Blicke in eine Zukunft, die vielleicht Vielen schon Ge-genwart und, was in der Geisterwelt nichts seltenes ist.Manchen zur Vergangenheit geworden ist. Wir glaubenEntstehung und Entfaltung, Strebensund Kampf zu sehen,keine vollgültige Ergebnisse; nur für sich und für sich allein,weil beseligender Glaube es so will, mag jeder entscheiden,daß diese vorhanden sind und mit unaufhaltbarer Macht in Le-ben und Wirklichkeit eingreifen; die Aussenwelt berechtigetzu keiner Behauptung der Art. Frohlockende Bejahung und