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Drey und zwauzigstc Vorlesung.
„u z und Gleim; Götz; v. C ro n e g k. — R a ml e r; v. K l e iLichtwee, Gesncr u.a. — Die Bühne. — Prost.Redner."
merkwürdig das Aufblühen dichterischer Kunstthatig-keit in Leipzig und so ruhmvoll der Antheil ist, welchenbesonders Sachsen an der Neubelebuug des tcutschen Ge-schmackes haben; so bleibt doch Leipzig keineswcges alleini-ge Heimath und Pflegerin dieser geistigen und künstlerischenRegsamkeit; diese keimet vielmehr überall gedeihlich undverhcissct, ohne zu tauschen, eine reiche Erndte. Sinn undEmpfänglichkeit für die sich veredelnde Kunst trat fastgleichzeitig in allen Theilcn Teutschlandes hervor und frü-her noch, als Gellert, Rabener, Klopstock Führerund Muster geworden waren und große Schaaren dank-barer Leser und gelehriger Schüler angezogen hatten.
In Halle fanden sich Gleim, Uz, Gvtz; gemein-sames dichterisches Streben vereinte sie; ihr freundschaft-liches Bündniß förderte ihre Kunstübung und reifere Fort-bildung. Huldigend der Freude und dem heiteren Lebens-genüsse, verfolgten sie dieselbe Bahn zum höhereu Ziele,welche die Leipziger Jünglinge meist mit glücklichen Ver-suchen in ernsteren Dichtarten betreten haben. Wie diesewaren sie Lehrlinge der alten Classiker und versäumten ebenso wenig, neuere bewährte Muster des Auslandes in derMuttersprache frey nachzubilden. Ohne Zwang eines herr-schenden Schulgeistes entwickelte sich ihr Streben und Hau-